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Europäische Entwicklungshelfer in Mali freigelassen

Drei in Algerien entführte Geiseln sind freigekommen. Sie befanden sich in Gefangenschaft islamistischer Extremisten. Der Präsident von Burkina Faso soll die Freilassung ausgehandelt haben.

Dei Islamisten sollen die Gefangenen im Norden Malis nahe der Ortschaft Gao auf freien Fuss gesetzt haben: Strassenszene in Gao. (18. Juli 2012)
Dei Islamisten sollen die Gefangenen im Norden Malis nahe der Ortschaft Gao auf freien Fuss gesetzt haben: Strassenszene in Gao. (18. Juli 2012)

Nach zehn Monaten Gefangenschaft sind drei in Nordafrika verschleppte europäische Entwicklungshelfer wieder frei. Die islamistische Extremistengruppe Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika (Mujao) hatte die zwei Spanier und eine Italienerin vergangenen Oktober im Süden Algeriens aus einem Flüchtlingslager entführt. Die Geiseln seien am Mittwoch nahe der Ortschaft Gao im Norden Malis auf freien Fuss gesetzt worden, sagte der Sprecher der verbündeten Gruppe Ansar Dine, Sanda Abou Mohamed.

Ein Gefängnisbeamter im benachbarten Mauretanien sagte, die europäischen Geiseln seien im Rahmen eines Gefangenenaustausches freigekommen. Der freigekommene Gefangene sei unter dem Verdacht der Beteiligung an der Entführung der drei Entwicklungshelfer festgenommen worden und habe sich seit Dezember in einem Gefängnis in der mauretanischen Hauptstadt befunden.

Helikopter entsendet

Die Regierungen Italiens und Spaniens teilten mit, ein Helikopter sei nach Mali entsandt worden, um die befreiten Europäer abzuholen. Wegen eines Sandsturms in Gao war es zunächst unklar, ob der Hubschrauber am Mittwochabend dort landen konnte. Der Helikopter wurde von Burkina Faso entsandt. Aus Militärkreisen dort verlautete, der Präsident Burkina Fasos habe die Freiheit der drei Geiseln ausgehandelt.

Der italienische Aussenminister Giulio Terzi bestätigte die Freilassung seiner Landsfrau und würdigte den «Mut und das Heldentum» der Entwicklungshelferin. Das spanische Aussenministerium teilte mit, dass ein Flugzeug nach Afrika entsandt worden sei, um die zwei Spanier abzuholen. Es war zunächst unklar, ob Lösegeld für die drei befreiten Europäer gezahlt wurde.

Die Extremistengruppe Mujao soll dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestehen und seit 2003 mehr als 50 Europäer entführt haben. Der Norden Malis zieht immer mehr radikale Islamisten an, seit Kämpfer der Gruppe Ansar Dine und des nordafrikanischen Ablegers der al-Qaida separatistische Tuareg-Rebellen aus der Gegend zurückgedrängt haben. Kämpfer der Tuareg hatten den Norden Malis Ende März eingenommen.

dapd/mw

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