Europäer stehen auf Cannabis

Des Europäers liebste Droge ist Haschisch. Jeder vierte hat schon einmal gekifft. Auch bei Delikten spielt Cannabis eine Hauptrolle.

Droge Nummer 1 ist Haschisch: Ein Schweizer raucht einen Joint.

Droge Nummer 1 ist Haschisch: Ein Schweizer raucht einen Joint.

(Bild: Keystone Martin Ruetschi)

Das in den 28 EU-Mitgliedstaaten am meisten verbreitete Rauschgift hat mehrere Namen: Cannabis, Gras, Haschisch, Marihuana, Pot. Nach Angaben der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht in Lissabon haben 79 Millionen EU-Einwohner irgendwann in ihrem Leben mal Haschisch genommen, das ist fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung. An zweiter Stelle kommt Kokain mit 15,6 Millionen Konsumenten, heisst es im am Donnerstag vorgelegten Jahresbericht weiter.

Der Statistik zufolge ist Marihuana bei 60 Prozent aller Drogendelikte im Spiel und macht 80 Prozent der Rauschgift-Beschlagnahmungen aus. Die Beobachtungsstelle verweist darauf, dass in Nord- und Südamerika mit der Entkriminalisierung der Droge und einem regulierten Verkauf experimentiert wird, der Fokus in Europa aber noch immer auf den Gesundheits- und Suchtgefahren von Marihuana liegt.

Hoch konzentrierte Produkte erhöhen die Gesundheitsrisiken

Das organisierte Verbrechen ist dem Bericht zufolge vermehrt in Produktion und Schmuggel von Marihuana eingestiegen. Hoch konzentrierte Cannabisprodukte erhöhten die Gesundheitsrisiken der Nutzer.

Einen Anstieg vermeldete die Beobachtungsstelle bei den synthetischen Drogen. Im vergangenen Jahr seien 101 neue Variationen identifiziert worden, 2013 seien es noch 80 gewesen. Die Substanzen fallen nicht unter internationales Recht und werden oft über das Internet als «legal highs» verkauft.

kko/sda

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