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«Es war innerhalb von ein paar Sekunden vorbei»

Unbekannte eröffneten an einer Muttertagsparade in New Orleans das Feuer auf die Menge. 19 Personen wurden verletzt – darunter auch Kinder. Die Polizei sucht nach drei Verdächtigen.

Nach Schüssen auf Muttertagsparade: Ein Verletzter liegt in New Orleans am Boden. (12. Mai 2013)
Nach Schüssen auf Muttertagsparade: Ein Verletzter liegt in New Orleans am Boden. (12. Mai 2013)
Keystone

Bei einer Schiesserei auf einer Muttertagsparade in New Orleans sind 19 Menschen verletzt worden, darunter zwei zehn Jahre alte Kinder. Ihr Zustand ist gemäss der «Los Angeles Times» stabil. Viele der Opfer hätten Streifschüsse abbekommen, die meisten Verletzungen seien nicht lebensgefährlich, teilte die örtliche Polizei gestern mit. Das FBI stufte den Vorfall als «Strassengewalt» ein, die keinen terroristischen Hintergrund habe.

Bei der Schiesserei am Sonntagnachmittag seien 17 Erwachsene und zwei zehnjährige Kinder verletzt worden, hiess es in der Mitteilung der Ermittler. «Derzeit gibt es keine Todesopfer, und die meisten Verletzungen sind nicht lebensbedrohlich», hiess es weiter. Ein Mann und eine Frau würden noch operiert.

Geschossen wurde mit zwei Waffentypen

Der Polizeichef von New Orleans, Ronal Serpas, sagte vor Journalisten, die Schüsse seien «vielleicht mit zwei verschiedenen Waffentypen» abgegeben worden. Gretchen Rampe, eine Augenzeugin, beschrieb die Situation gegenüber der «LA Times»: «Jemand schrie – nicht der Schütze – ‹Alle zu Boden!›, danach warf sich jemand auf mich, um mich zu schützen.» Unmittelbar danach hätten Polizeibeamte drei Menschen wegrennen sehen, nach denen jetzt gesucht werde.

«Es scheint, dass diese zwei oder drei Leute aus einem uns unbekannten Grund angefangen haben, in Richtung oder in der Menge zu schiessen», führte Serpas aus. «Es war innerhalb von ein paar Sekunden vorbei.» Der Polizeichef kritisierte «den Egoismus von manchen Leuten. Und ich denke, was uns alle frustriert, ist die Tatsache, dass die grossartige Kultur dieser Stadt manchmal ein bisschen unter dem selbstsüchtigen Verhalten mancher Leute leidet.»

Kein Terrorakt

Die Zeitung «Times-Picayune» berichtete unter Berufung auf Serpas, an der Parade hätten zwischen 300 und 400 Menschen teilgenommen. In dem Bereich der Schiesserei hätten sich 200 Menschen aufgehalten. Ein Journalist der Zeitung hörte nach eigenen Angaben sechs oder sieben Schüsse.

FBI-Sprecherin Mary Beth Romig erklärte, es gebe «keinen Grund zu glauben, dass es sich um einen Terrorakt handelte». Der Vorfall im südlichen Bundesstaat Louisiana sei vielmehr als «Strassengewalt» einzustufen. Bei derartigen Umzügen in New Orleans sind Schiessereien offenbar keine Seltenheit, wie die «LA Times» berichtet. Im Jahr 2006 gab es an einer Parade drei Verwundete, im Jahr 2010 starb eine Frau. «Ich sagte meiner Mutter erst noch, dass ich nicht hingehen wolle. Bei solchen Paraden kommt es immer zu Ausschreitungen», berichtet eine Augenzeugin gegenüber der «LA Times». Aufgrund der Gewalttätigkeit gelten solche Anlässe als äusserst umstritten. Dennoch werden sie mehrmals jährlich durchgeführt.

Die Polizei bat derweil die Bevölkerung auf der Suche nach den Tätern um ihre Mithilfe. Für Hinweise, die zur Festnahme der Täter führen, wurde eine Belohnung in Höhe von 2500 Dollar ausgesetzt.

«Tragischer Tag für unsere Stadt»

Der Bürgermeister von New Orleans, Mitch Landrieu, sagte nach einem Besuch bei einigen Opfern der Schiesserei im Krankenhaus, dies sei «ein sehr tragischer Tag für uns». Die Bürger der Stadt sollten nun bei der Suche nach den Tätern helfen, damit «wir sicherstellen, dass sie keine unschuldigen Opfer mehr verletzen».

Landrieu verurteilte die verbreitete Gewalt auf den Strassen von New Orleans. Selbst ein Fest wie Muttertag «scheint den unerbittlichen Trommelschlag der Gewalt nicht zu unterbrechen», kritisierte der Bürgermeister. «Das ist eine Schande, und das muss aufhören.»

AFP/rbi/chk/mrs

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