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Erstmals wird ein Ebola-Patient nach Europa geflogen

Die spanische Luftwaffe holt einen Landsmann nach Spanien zurück. Der Geistliche hatte in Liberia Erkrankte gepflegt. In Genf berät die WHO über internationale Massnahmen gegen das gefährliche Virus.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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Erstmals wird ein mit dem Ebola-Virus infizierter Patient nach Europa geflogen. Die spanische Regierung lässt einen erkrankten Staatsbürger aus Westafrika in sein Heimatland zurückbringen.

Eine Maschine der Luftwaffe startete am Mittwoch nach Liberia, um den 75-jährigen Geistlichen Miguel Pajares abzuholen. Er hatte in Monrovia Ebola-Kranke betreut. Spanien ist damit nach den USA der zweite westliche Staat, der bei der aktuellen Epidemie in Westafrika einen mit Ebola infizierten Staatsbürger heimholt.

Zehntausende Spanier hatten zuvor in einer Internet-Petition von der Madrider Regierung gefordert, Pajares in sein Heimatland zurückzubringen. Die Reaktionen in den USA waren vielfach anders ausgefallen: Dort hatten sich in Foren etliche Menschen aus Angst vor Ansteckung gegen eine Rückkehr infizierter Amerikanern ausgesprochen.

WHO verzeichnet mehr als 900 Ebola-Tote

Der jüngste Ausbruch der gefährlichen Ebola-Krankheit hat in Westafrika mittlerweile 932 Tote gefordert. Bisher seien Todesfälle aus Sierra Leone, Guinea, Liberia und Nigeria gemeldet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit. Mehr als 1600 Menschen hätten sich infiziert.

Die Virus-Epidemie war im Frühjahr ausgebrochen. Zunächst waren vor allem Sierra Leone, Guinea und Liberia betroffen, inzwischen wurden auch Erkrankungen und Todesfälle aus Nigeria gemeldet.

Die Sterberate bei diesem Ausbruch liegt bei 60 Prozent. Das Ebola-Virus löst eine ansteckende Fiebererkrankung aus, die von Blutungen begleitet wird. Es gibt noch kein Heilmittel.

Notfall-Komitee der WHO berät über Massnahmen gegen Ebola

In Genf sind internationale Experten für Virusinfektionen und Seuchen zusammengekommen, um weitere Massnahmen zur Eindämmung der Ebola-Epidemie in Westafrika zu erörtern.

Die Mitglieder des Notfall-Komitees der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen bei zweitägigen Beratungen feststellen, ob der Ausbruch der lebensgefährlichen Infektionskrankheit als Internationaler Gesundheitsnotfall eingestuft werden sollte.

Die Entscheidung darüber liegt bei WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Die Expertenempfehlung soll am Freitag bekanntgegeben werden. Es ist das erste Mal, dass das WHO-Notfallkomitee wegen eines Ebola-Ausbruchs einberufen wurde. Zuletzt hatten die Fachleute im Mai 2014 wegen der Ausbreitung von Polio in Pakistan und Afghanistan einen Internationalen Gesundheitsnotfall konstatiert.

Wenn das Komitee dies auch wegen der Ebola-Epidemie für nötig erachtet – womit weithin gerechnet wird –, würde die WHO internationale Dringlichkeitsmassnahmen empfehlen. Dazu könnten Einschränkungen sowie Vorsichtsmassnahmen im Reiseverkehr gehören.

Von den Gesundheitsbehörden der bislang betroffenen Länder Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria wurden bereits mehr als 1600 Fälle von Ebola oder Ebola-Verdacht gemeldet. Etwa 900 Patienten starben.

Mann mit Ebola-Symptomen in Saudiarabien gestorben

In Saudiarabien starb ein mit Verdacht auf eine Ebola-Erkrankung behandelter Mann. Der 40-Jährige lag in kritischen Zustand auf einer Isolierstation und war auf das gefährliche Virus getestet worden, wie das Gesundheitsministerium in Riad mitteilte. Er starb in einem Krankenhaus in Dschidda.

Ob der Mann tatsächlich an Ebola erkrankt war, stand noch nicht fest. Er war nach seiner Rückkehr aus Sierra Leone mit Fieber und Blutungen ins Krankenhaus gekommen. Das Gesundheitsministerium erklärte, es habe Proben an ein Labor im Ausland geschickt. Dort sollten sie untersucht werden. Ein Test auf das Dengue-Fieber sei negativ gewesen.

Krankenpfleger in Nigeria an Ebola gestorben

Im bislang weitgehend von der Ebola-Epidemie verschonten Nigeria starb ein Krankenpfleger an dem Virus. Das teilte der nigerianische Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu mit. Angaben über die Identität des Opfers machte er nicht. Zudem gebe es fünf weitere bestätigte Fälle. Alle Erkrankten würden in Quarantäne in Lagos behandelt - der grössten afrikanischen Stadt südlich der Sahara.

Der Krankenpfleger habe einen Mann behandelt, der von Liberia aus eingereist und im Juli in Lagos an Ebola gestorben sei. Auch bei den anderen fünf Fällen handele es sich um Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die den Mann betreut hätten.

SDA/mw

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