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«Er war autoritär»

Die Mutter der entführten Zwillinge enthüllte gegenüber einer italienischen Zeitschrift Details über ihre Ehe. Sie ist überzeugt, dass ihr Ex-Mann sie mit der Entführung bestrafen wollte.

Wartet immer noch auf eine Spur ihrer Töchter: Irina Lucidi während einer Pressekonferenz im April 2011.
Wartet immer noch auf eine Spur ihrer Töchter: Irina Lucidi während einer Pressekonferenz im April 2011.

Die Mutter der vermissten Zwillinge Alessia und Livia aus St-Sulpice VD hat gegenüber der italienischen Wochenzeitschrift «Oggi» über ihre Ehe gesprochen. Sie beschrieb darin ihren Mann als «autoritär».

Einer der Hauptstreitpunkte sei die Erziehung von Alessia und Livia gewesen, sagte die Mutter der Zwillinge in «Oggi». Der von der Mutter als Mediensprecher engagierte Marc Comina von der PR-Firma Farner Consulting bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda den Inhalt des Interviews.

Regeln für alles

Ihr Mann habe 1000 Regeln aufgestellt - für alles: für das Öffnen des Kühlschranks, fürs Essen, fürs Spielen. Alles habe auf eine ganz bestimmte Art und Weise ausgeführt werden müssen. Aber am Schlimmsten seien die Abende mit ihrem strikten Rhythmus gewesen, sagte sie weiter. «Er war autoritär.»

Doch auch ein Therapeut konnte dem Paar nicht helfen. Ihr Mann habe ihre Unabhängigkeit nicht ertragen können und sie seinen autoritären Charakter nicht. Schliesslich trennte sich das Paar im August 2010. Laut der Mutter hatte der Vater trotz Trennung seine Töchter immer sehen können.

Keine Spur

Das Drama begann am 30. Januar 2011. Der 43-jährige Vater brachte die Zwillinge nicht wie verabredet der Mutter zurück. Er fuhr vielmehr mit seinem Auto nach Frankreich und Italien. In Cerignola in der Nähe von Bari endete am 3. Februar die Irrfahrt mit seinem Suizid. Von den beiden Mädchen fehlt bis heute jede Spur.

Als ihr Mann gemerkt habe, dass sie nicht mehr zu ihm zurück komme, habe er sie auf diese Weise bestrafen wollen, gab sich die Mutter im Interview überzeugt.

SDA/kpn

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