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«Ein Panther kann problemlos ein Rind reissen»

Weiter herrscht Unklarheit über das mysteriöse Tier im Kanton Solothurn. Es häufen sich Meldungen von Leuten, die einen Panther gesehen haben wollen – oder ist es doch nur ein Hund?

Für Hunde und Kleinkinder nicht ungefährlich: Die Kastenfalle im Wald bei Kestenholz SO. (8. Mai 2012)
Für Hunde und Kleinkinder nicht ungefährlich: Die Kastenfalle im Wald bei Kestenholz SO. (8. Mai 2012)
Chantal Hebeisen
Auf dieser Kreuzung in Kestenholz wurde das Tier gesichtet. (8. Mai 2012)
Auf dieser Kreuzung in Kestenholz wurde das Tier gesichtet. (8. Mai 2012)
Chantal Hebeisen
«Nach Farbe, Grösse und Verhalten müsste man auf einen Panther tippen»: Robert Käser berichtet über die Begegnung mit dem Tier.
«Nach Farbe, Grösse und Verhalten müsste man auf einen Panther tippen»: Robert Käser berichtet über die Begegnung mit dem Tier.
Jan Derrer
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Das Rätsel um den mutmasslichen Panther im Kanton Solothurn geht weiter. Bis heute um 8 Uhr morgens gab es keine neuen Erkenntnisse, wie Marcel Tschan, Leiter des kantonalen Amtes für Jagd und Fischerei, gegenüber Redaktion Tamedia sagt: «Unsere Köder bei den Fotofallen haben nur Füchse und Raubvögel angelockt.»

Auch eine Kontrolle der gestern aufgestellten Kastenfalle ergab keine neuen Erkenntnisse. Die Konstruktion soll einen SMS-Alarm auslösen, wenn sie zuschnappt.

In der Region Kestenholz sind zudem über 20 Fotofallen im Einsatz. Deren drei sind gemäss Tschan mit Rehkadavern bestückt. Die Mehrheit der Fallen war im Zusammenhang mit einem Projekt aufgestellt worden, in dem Rothirsche aus dem Berner Mittelland in den Solothurner Jura umgesiedelt werden.

Ein schwarzes schnelles Tier

Aus der Bevölkerung seien gestern den ganzen Tag über und auch heute früh weitere Sichtungsmeldungen eingegangen, sagt Tschan weiter. Die Erinnerungen reichten dabei bis ins Jahr 2009 zurück. Allerdings sei Vorsicht geboten: «Die meisten sagen, es sei ihnen ein schwarzes Tier sehr schnell über den Weg gerannt – es könne nur ein Panther sein. Solche Aussagen sind schwierig einzuschätzen.»

Grundsätzlich nehme man aber jeden Hinweis ernst. Als wirklich glaubwürdig schätzt Tschan insgesamt vier Meldungen ein, wie er heute Morgen gegenüber Redaktion Tamedia sagt. Als erster hatte Förster Robert Käser die Sichtung eines schwarzen Raubtieres mit langem Schwanz gemeldet. Die Meldungen hätten sich mittlerweile auf die Kantone Bern und Baselland ausgeweitet, so Tschan.

Panther-Berichte aus Süddeutschland

Weiterhin gibt es keine Hinweise auf eine mögliche Herkunft eines Panthers. Sämtliche Zoos und Zirkusse wurden von den Behörden abgeklappert. Das Bundesamt für Umwelt meldete gestern, im süddeutschen Raum (Bayern über Baden-Württemberg) seien seit Oktober 2011 mehrfach Sichtungen eines Panthers gemeldet worden. Auch dort ist den Behörden jedoch nichts von einer entwichenen Raubkatze bekannt.

Dass eine solche zudem unbemerkt ins Schweizer Mittelland gelangt sei, halten Experten für unwahrscheinlich bis unmöglich. «Man hätte zumindest Spuren von ihm sehen müssen», sagt Hans Schmid, Leiter Tierpflege beim Zoo Zürich gegenüber Redaktion Tamedia.

Zwei bis drei Kilo Fleisch am Tag

Schmid hält einen Panther in der freien Schweizer Natur durchaus für überlebensfähig: «Es ist sehr realistisch, dass ein Panther auch einen strengen Winter wie den vergangenen problemlos überlebt. Er ist sehr klimahart.»

Wenn der Panther tatsächlich irgendwo entwichen sei, könne er vermutlich nicht gut jagen: «Da bedient er sich vermutlich lieber am Aas.» Ein freilaufender Panther könne theoretisch auch Nutzvieh jagen: «Diese Raubkatze ist sehr kräftig und vermag ein Rind problemlos zu reissen.» Ein Panther benötigt pro Tag rund zwei bis drei Kilo Fleisch.

Schwarzer Hund vermisst

Laut einem Bericht von NZZ Online wird in der Region Kestenholz auch ein schwarzer Hund vermisst, der den Beschreibungen entsprechen könnte. Dabei handle es sich jedoch um einen Rottweiler, so Tschan. Auf einen solchen Hund treffe die Beschreibung des gesichteten Tieres nicht zu.

Neben den Augenzeugenberichten spricht laut Tschan auch ein in der Gegend gefundenes komplett ausgeweidetes Reh für einen Panther. Von der Beute könne allerdings nicht mit Bestimmtheit auf den Jäger geschlossen werden.

Ein Panther gehöre nicht zur einheimischen Tierwelt, sagte Reinhard Schnidrig, Chef Sektion Jagd beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) , gestern in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens. Er müsse daher aus verschiedenen Gründen weg. Es könne versucht werden, den schwarzen Panther einzufangen. Bei einer Gefahr müsse er aber abgeschossen werden.

Mit Informationen der sda.

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