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Eigenes Baby getötet und Entführung vorgetäuscht

Ein Kriminalfall sorgt in Frankreich für grosses Aufsehen: Ein Paar hat sein vier Monate altes Baby getötet und die Polizei anschliessend tagelang nach einem angeblichen Entführer suchen lassen.

Die 24 und 31 Jahre alten Eltern aus der zentralfranzösischen Stadt Limoges hatten der Polizei in der vergangenen Woche die angebliche Entführung ihres Kindes gemeldet. Ein Unbekannter habe das Baby vor ihren Augen entführt.

Dutzende Polizisten, unterstützt von Suchhunden, Tauchern und einem Helikopter, suchten daraufhin tagelang nach dem Baby. Bald aber gerieten die Eltern in Verdacht, weil es in ihren Aussagen «Widersprüche und Ungereimtheiten» gab, wie der Staatsanwalt der Stadt Guéret, Sébastien Farges, am Wochenende sagte.

Leiche nahe eines Sees vergraben

Die den Sozialbehörden bekannten Eltern wurden am Samstag in Polizeigewahrsam genommen. Sie gestanden in getrennten Verhören, dem Knaben «Gewalt» angetan und ihn dabei getötet zu haben. Sie hätten die Leiche nahe eines Sees vergraben und dann die Entführung erfunden. Am Sonntag führten sie die Ermittler zur Leiche. Die Eltern sprachen laut Ermittlern von einer «Bestrafung» des Babys, «die schlecht ausging».

«Ich kann bei einem vier Monate alten Kind nicht von einer Bestrafung sprechen», sagte Farges dazu. Er sprach von «gewollter Gewalt mit Todesfolge ohne Tötungsabsicht». Das Baby hatte einen Herzfehler und war im Juli operiert worden, dem Staatsanwalt zufolge waren die Eltern womöglich überfordert.

In der Familie herrschte laut Staatsanwalt Farges bereits zuvor «ein Klima der Gewalt». Der Vater war wegen Gewalt gegen seine Lebensgefährtin vorbestraft.

SDA/ldc

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