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Dieser Elefant kann «Hallo» sagen

Anders als Menschen haben Elefanten keine Oberlippe, mit der sie Laute erzeugen könnten: Dennoch kann der 22-jährige Elefantenbulle Koshik einige Worte sprechen. Er hat eine ausgeklügelte Methode entwickelt.

«Koshik ist für mich wie mein eigenes Baby»: Trainer Kim Jong-gap und sein Zögling. (2. November 2012)
«Koshik ist für mich wie mein eigenes Baby»: Trainer Kim Jong-gap und sein Zögling. (2. November 2012)
AFP

Ein Elefant in einem südkoreanischen Zoo kann durch Imitation einige Worte sprechen. Der 22-jährige Elefantenbulle Koshik aus dem Everland-Zoo in Yongin südlich der Hauptstadt Seoul begrüsste heute Journalisten, die ihn besuchten, mit den koreanischen Worten «choah» (gut) und «nuo» (leg dich hin). Unter anderem kann Koshik auch die Vokabeln «annyong» (Hallo) und «aniya» (nein) erzeugen, wenn er seinen Rüssel in den Mund steckt. Die ungewöhnliche Begabung hat eine internationale Forschergruppe, darunter Wissenschaftler aus Jena, untersucht.

Anders als Menschen haben Elefanten keine Oberlippe, mit der sie Laute erzeugen könnten, denn der obere Teil des Mauls ist mit der Nase zum Rüssel zusammengewachsen. Daher hat Koshik seine eigene Methode entwickelt: Er rollt seinen Rüssel ein und steckt die Spitze ins Maul. Mit der Rüsselspitze tippt er entweder auf die Zunge oder auf den Gaumen, um verschiedene Laute zu erzeugen.

«Koshik ist für mich wie mein eigenes Baby»

Gemäss den Wissenschaftlern, die die sprachlichen Fertigkeiten des Zootiers erforschten, lernte Koshik das «Sprechen» vermutlich von seinem Pfleger Kim Jong-gap, der ihn seit 19 Jahren betreut. Der Pfleger sei der einzige Mensch, zu dem Koshik eine enge Verbindung aufgebaut habe, sagte der Veterinär des Everland-Zoos, Oh Suk-hun. Vermutlich habe er dessen Sprache imitiert, um die Bindung zu festigen. Ob der Elefant auch Worte verstehen kann, konnten die Forscher noch nicht herausfinden. An der Untersuchung waren auch Wissenschaftler der Universität Wien beteiligt.

Koshik wurde 1990 in einem Zoo in Seoul geboren und drei Jahre später in den grössten Themenpark Südkoreas, Everland, knapp 50 Kilometer südlich der Hauptstadt verlegt. «Koshik ist für mich wie mein eigenes Baby, ich habe ihn betreut, seit er hier ist», sagte Pfleger Kim der Nachrichtenagentur AFP. «Ich habe am Anfang einen Monat lang in einem Schlafsack neben ihm geschlafen», berichtete er. «Ich glaube, wegen dieser Nähe hat er irgendwann meine Sprache imitiert.» Von dieser Fertigkeit des Tieres sei er völlig überrascht gewesen. Elefanten sind sehr soziale Tiere, die in der Wildnis in Herden leben.

AFP/bru

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