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«Diese Zertifizierung macht uns Anbieter nicht sicherer»

Nach dem Canyoning-Unfall in Amden wurde bekannt, dass die Firma des verunfallten Guides keine Zertifizierung hat. Ein Wildwasserspezialist kritisiert, dass sich grosse Anbieter durch Zertifikate ‹Scheinsicherheit› kaufen.

Der Druck, den Gästen etwas zu bieten, birgt zusätzliche Gefahren: Teilnehmer einer Canyoning-Tour im Wallis. (Archivbild)
Der Druck, den Gästen etwas zu bieten, birgt zusätzliche Gefahren: Teilnehmer einer Canyoning-Tour im Wallis. (Archivbild)
Keystone

Herr Barth, nach dem Canyoning-Unfall in Amden stellt sich die Frage, warum die Firma des verunfallten Guides nicht zertifiziert ist. Ich biete zwar selber keine Canyoning-Touren an, aber bei uns im Kanuverband haben wir festgestellt, dass bei den grossen Outdoorfirmen ein erstaunliches Interesse an diesen Zertifizierungen besteht. Sie können sich diese leisten, weil sie einen grossen Umsatz und das nötige Büropersonal haben. Wir haben aber auch festgestellt, dass einige Firmen trotz Zertifikaten teilweise schlecht qualifiziertes Personal anstellen, um Kosten zu sparen. Mit einem solchen Zertifikat kaufen sie die Sicherheit, die bei den Guides nur ungenügend vorhanden ist. Die Zertifizierung bringt vor allem einen hohen administrativen Aufwand. Kleine Unternehmen können diesen kaum stemmen. Die Unfälle passieren ja nicht, weil die Firmen nicht zertifiziert sind, sondern weil letztlich die Guides falsch entscheiden. Für mich steht am Ende der Entscheidungskette immer der Guide.

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