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«Die vielen Unglücke mit Tupolew-Maschinen sind kein Zufall»

Der Absturz einer Tupolew-Maschine in Russland hat 44 Menschen das Leben gekostet. Erst im April 2010 stürzte der polnische Präsident mit demselben Maschinentyp in den Tod. Einen Experten überrascht das nicht.

Rettungskräfte bergen eine Leiche aus dem Wrack der abgestürzten Tupolew. (22. Juni 2011)
Rettungskräfte bergen eine Leiche aus dem Wrack der abgestürzten Tupolew. (22. Juni 2011)
Reuters
Kurz nach dem Absturz: Die Tupolew steht in Vollbrand. (21. Juni 2011)
Kurz nach dem Absturz: Die Tupolew steht in Vollbrand. (21. Juni 2011)
Reuters
Ein Fahrwerk der abgestürzten Tupolew TU-134 ragt in den Nachthimmel. (21. Juni 2011)
Ein Fahrwerk der abgestürzten Tupolew TU-134 ragt in den Nachthimmel. (21. Juni 2011)
Reuters
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44 Menschen sind bei einem Flugzeugabsturz im Nordwesten Russlands ums Leben gekommen. Die Tupolew-134 mit insgesamt 52 Menschen an Bord war auf einer Autobahn in der Nähe des Flughafens Petrosawodsk aufgeschlagen.

Das Unglück erinnert an einen anderen tragischen Flugzeugabsturz im letzten Jahr. Auch bei der im April abgestürzten Maschine des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski handelte es sich um ein Fabrikat des zu Sowjet-Zeiten gegründeten Unternehmens, und zwar um das Modell Tu-154. Damals kamen ausser Kaczynski 95 Menschen ums Leben, darunter auch zahlreiche weitere hochrangige Vertreter Polens.

Nicht für Allwetterlandungen ausgestattet

Dass beide Unglücke mit einer Tupolew-Maschine geschehen sind, verwundert den langjährigen ehemaligen Swissair-Piloten Olav Brunner nicht. «Die vielen Unglücke mit Tupolew-Maschinen sind kein Zufall», sagt er. «Die Flugzeuge sind sehr alt. Ich nehme an, die meisten von ihnen sind noch nicht für Allwetterlandungen ausgestattet.» Landungen auch bei schlechtem Wetter seien heute alltäglich und mit der richtigen Ausstattung des Flugzeugs kein Problem.

In den Fällen von Russland und Polen haben nach Meinung von Brunner drei Faktoren mitgespielt. Der Zustand der Maschine, jener der Landebahn und die Ausbildung der Piloten. «Wenn man als Pilot eine Maschine aufgrund der schlechten Wetterbedingungen nicht landen kann, muss man durchstarten und auf einem Ausweichflughafen landen», sagt er. Dies sei aber mit zusätzlichen Kosten und anderen Aufwänden verbunden, die jeder Pilot gerne vermeide.

Der fliegende Sarg

Die Abstürze in Polen und Russland sind keine Einzelfälle. So sind laut der österreichischen Onlinezeitung standard.at weltweit 66 Flugzeuge mit dem Typ Tupolew-154 verunglückt. Davon sechs in den vergangenen sechs Jahren. Nicht umsonst hat das Flugzeug verschiedene Übernamen erhalten. So ist vom fliegenden Sarg oder dem Fluch der Tupolew die Rede.

Auch der russische Präsident Dimitri Medwedew hatte erst kürzlich Mängel in der heimischen Produktion von Flugzeugen kritisiert und seine Tupolew gegen ein in Frankreich hergestelltes Modell eingetauscht.

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