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Die schwersten Zugunglücke der letzten Jahre

Die Eisenbahn ist als Verkehrsmittel 300 Mal sicherer als das Motorrad. Dennoch kam es in den letzten Jahren zu diversen Zwischenfällen – immer wieder mit Toten.

Zehn Verletzte, ein Toter: Ein entgleister Waggon bleibt in einem Steilhang in Tiefencastel im Wald hängen. (13. August 2014)
Zehn Verletzte, ein Toter: Ein entgleister Waggon bleibt in einem Steilhang in Tiefencastel im Wald hängen. (13. August 2014)
Keystone

Zugunfälle mit Personenschaden lösen immer wieder Betroffenheit und ein Lamento über Sicherheitsmängel aus, obwohl oder gerade weil sie so selten sind. Dabei ist das Risiko, mit der Bahn tödlich zu verunglücken, bei gleicher Distanz 15 Mal geringer als mit dem Auto.

Im Vergleich zum Motorrad ist der Zug sogar um das 300-fache sicherer, wie das Bundesamt für Statistik errechnet hat. Seit 1990 hat sich die Zahl der bei Bahnunfällen getöteten Personen mehr als halbiert, obwohl die Verkehrsleistung auf der Schiene um über 50 Prozent zugenommen hat.

Im Schnitt 20 Tote pro Jahr

Im Mittel der Jahre 2010 bis 2013 – Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor – verloren in der Schweiz pro Jahr rund 20 Menschen bei Unfällen mit der Eisenbahn das Leben, 55 weitere wurden verletzt. Zum Vergleich: Im Strassenverkehr gab es in dieser Periode im Jahresdurchschnitt über 300 Tote und fast 22'800 Verletzte, obwohl auch hier das Unfallrisiko in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen ist.

Kommt dazu, dass es sich bei den meisten Opfern von Zugunfällen um Bahnangestellte sowie um Drittpersonen handelt, also um unaufmerksame Passanten oder Automobilisten. Im ganzen Zeitraum von 2010 bis 2013 wurden nur zwei tote Reisende gezählt. Bei den Verletzten war das Verhältnis zwischen Passagieren und Dritten in etwa ausgeglichen.

Die schwerstes Bahnunglücke der letzten Jahre

Trotz dieser Sicherheit kommt es immer wieder zu Unfällen:

  • 20. Februar 2015: Eine S-Bahn und ein Interregio-Zug stossen bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Rafz ZH seitlich zusammen. Mindestens sechs Personen werden verletzt, der Lokführer des Interregios schwer.
  • 13. August 2014: Ein Zug der Rhätischen Bahn fährt bei Tiefencastel GR auf einen Erdrutsch auf. Ein entgleister Waggon bleibt in einem Steilhang im Wald hängen. Elf Passagiere werden verletzt, eine davon verstirbtspäter im Spital.
  • 11. August 2014: Auf einem unbewachten Bahnübergang in Wolfenschiessen NW kollidiert ein Kleinbus mit einem Zug der Zentralbahn (zb). Drei israelische Touristen werden getötet und fünf weitere schwer verletzt.
  • 15. Dezember 2013: Im Bahnhof Bern-Wankdorf werden zwei Schwestern bei einem Gerangel auf dem Perron von einem durchfahrenden Zug erfasst und getötet. Einen Tag später sterben in Bern-Bümpliz zwei Personen, als sie illegal das Gleis überqueren wollen.
  • 25. November 2013: Ein Regionalzug der Matterhorn Gotthard Bahn stösst bei Mörel VS auf einem unbewachten Bahnübergang mit einem Lieferwagen zusammen und entgleist. 11 der 41 Passagiere werden verletzt.
  • 29. Juli 2013: Bei der Frontalkollision zweier Regionalzüge in Granges-près-Marnand VD kommt einer der Lokführer ums Leben, 26 Personen werden verletzt. Einer der Lokführer hat ein Rotlicht überfahren.
  • 13. Juli 2013: Im Bahnhof Zürich-Oerlikon kippt ein Baukran auf einen einfahrenden Personenzug und beschädigt zwei Doppelstockwagen. Von den 250 Zugpassagieren wird einer leicht verletzt.
  • 10. Januar 2013: In Neuhausen SH stossen ein SBB-Doppelstockzug und eine Thurbo-Komposition zusammen. Der Thurbo-Lokführer hatte ein Haltesignal missachtet. 26 Passagiere werden leicht verletzt, und es entsteht Sachschaden in Millionenhöhe.
  • 6. Oktober 2011: Beim Zusammenstoss zweier S-Bahn-Züge in Olten SO wird einer der Lokführer schwer, eine reisende Person leicht verletzt.
  • 8. August 2011: Bei der Streifkollision eines SBB-Regionalzugs und einer Güterlokomotive werden in Döttingen AG zwei Personen schwer und 20 weitere leicht verletzt. Ein Lokomotivführer des Regionalzugs hat bei der Wegfahrt aus dem Bahnhof ein Signal überfahren.
  • 23. Juli 2010: Bei der Entgleisung eines Glacier-Express kurz vor Fiesch VS kommt eine japanische Touristin ums Leben. 42 Personen werden verletzt.
  • 17. Mai 2006: Bei einem Bauzug versagen zwischen Frutigen und Spiez BE die Bremsen. Er rast zu Tal und wird auf einen in Thun stehenden Bauzug geleitet. Drei Menschen sterben beim Zusammenstoss.
  • 24. Februar 2004: Beim Zusammenstoss zwischen einem Bauamtsfahrzeug und einem SBB-Regionalzug in Walterswil SO werden zwei Gemeindearbeiter des Werkhofs Oftringen AG getötet.
  • 24. Oktober 2003: Bei der Kollision zweier Schnellzüge im Bahnhof Zürich-Oerlikon wird eine Person getötet, 45 erleiden Verletzungen. Bei dem nach Schaffhausen fahrenden Schnellzug war ein Teil der Bremsen nicht in Betrieb.
  • 7. August 2003: 64 Menschen werden beim Zusammenstoss zweier Züge der Berner Oberland Bahnen BOB in Gsteigwiler BE verletzt; später stirbt ein Schwerverletzter. Ein Lokführer hatte ein Rotlicht überfahren.

SDA/rar

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