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Die schwersten Sommer-Unwetter der letzten 25 Jahre

Nach den Gewittern der vergangenen Tage laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Der Hochsommer kommt nicht in die Gänge. Unwetter in den Sommerferien haben Tradition – wie eine Bildstrecke zeigt.

Juli 2010: Mehrere Unwetter mit Hagelzügen suchen die Schweiz heim (Hochwasser in Melchnau im Oberaargau)
Juli 2010: Mehrere Unwetter mit Hagelzügen suchen die Schweiz heim (Hochwasser in Melchnau im Oberaargau)
Keystone
August 2010: Über der Stadt Zürich entladen sich heftige Gewitter. (14. August 2010)
August 2010: Über der Stadt Zürich entladen sich heftige Gewitter. (14. August 2010)
Keystone
Sommer 1987: Die Alpenregion wird von schweren Unwettern heimgesucht. Am 19. Juli wird Poschiavo GR verwüstet, am 25. August die Urner Reussebene überflutet. Insgesamt sterben acht Menschen. Es entsteht Sachschaden von 1,3 Milliarden Franken. Die Gotthardbahn ist fast drei Wochen lang unterbrochen. (Unwetterschäden in Münster GR)
Sommer 1987: Die Alpenregion wird von schweren Unwettern heimgesucht. Am 19. Juli wird Poschiavo GR verwüstet, am 25. August die Urner Reussebene überflutet. Insgesamt sterben acht Menschen. Es entsteht Sachschaden von 1,3 Milliarden Franken. Die Gotthardbahn ist fast drei Wochen lang unterbrochen. (Unwetterschäden in Münster GR)
Keystone
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Für einmal hält die Bauernregel zum Siebenschläfertag nicht, was sie verspricht: «Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.» Am besagten 27. Juni war es in der Schweiz sonnig und heiss.

Für Meteorologen ist das wechselhafte Wetter zwar nicht aussergewöhlich, aber im Sommer seltener anzutreffen als im Winter. «Normalerweise haben wir im Juli eine flache Druckverteilung mit schönem Wetter tagsüber und Gewittern abends», erklärte Christophe Voisard von Meteo Schweiz der Nachrichtenagentur sda.

10 Tage keine Besserung in Sicht

«Das derzeitige Tief über dem Nordatlantik führt nun aber in Europa zu Störungen mit vielen Fronten», sagte Voisard. Und Besserung ist nicht in Sicht. «Die Grosswetterlage hat sich auf die jetzige Situation eingestellt.» Mindestens in den kommenden 10 Tagen sei mit Frontdurchgängen verbunden mit Zwischenhochs zu rechnen.

Eine Erklärung für diese Wetterlage gebe es keine, die Ursachen seien nicht nachvollziehbar. Es gebe aber die Möglichkeit, das Phänomen in einen grösseren Zusammenhang einzuordnen: Der Fachausdruck heisst «Nordatlantische Oszillation» und bezeichnet den Druckunterschied zwischen dem Islandtief und Azorenhoch.

Der Jetstream bewegt sich kaum

Die Nordatlantische Oszillation wird auch als Wetterküche Europas bezeichnet. Islandtief und Azorenhoch entscheiden eigentlich, ob es im Winter warm und feucht oder kalt und trocken ist. Dass nun auch im Sommer grosse Druckunterscheide zwischen dem Tief über dem Nordatlantik und den Azoren vorherrschen, ist eher selten für diese Jahreszeit.

Gekoppelt ist das Ganze auch mit dem Jetstream, der vom Flug über den Atlantik her bekannt ist. Dieser Luftstrom hat laut Voisard derzeit die Form eines Trogs, was Regen zur Folge hat. Und da der Jetstream derzeit eine «optimale Wellenlänge» hat, bewegt er sich kaum. «Es kann sein, dass der Jetstream sich noch ein paar Monate nicht bewegt», erklärte Voisard. Erst im Herbst, wenn sich aufgrund der Sonneneinstrahlung die thermischen Gegensätze zwischen Land und Wasser vergrössern, gebe es wieder Bewegung in der Höhe.

In der Regel stabilisieren sich die Jetstreams Ende Juni/Anfang Juli auf der Nordhalbkugel. Daher kommt auch die Bauernregel zum Siebenschläfertag. Aber auch beim Wetter gilt: Keine Regel ohne Ausnahme.

SDA/pbe

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