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Die Schweiz im Oktoberschnee

Redaktion Tamedia-Leser senden beeindruckende Bilder vom ungewöhnlichen Oktoberschnee. Inzwischen fielen verbreitet fünf bis fünfzehn Zentimeter Neuschnee, was auch zu vielen Unfällen führte.

Der Morgen nach dem ersten Wintereinbruch: Die verschneite Lenk im Simmental... (29. Oktober 2012)
Der Morgen nach dem ersten Wintereinbruch: Die verschneite Lenk im Simmental... (29. Oktober 2012)
Sophie Bernhard Aellen, Leserreporter
... und die Aussichtsplattform vor der ETH in Zürich. (29. Oktober 2012)
... und die Aussichtsplattform vor der ETH in Zürich. (29. Oktober 2012)
Heinz Keller, Leserreporter
Weisse Pracht im Herbst: In Malix oberhalb Chur standen die Schafe bereits Mitte Oktober im Schneetreiben.
Weisse Pracht im Herbst: In Malix oberhalb Chur standen die Schafe bereits Mitte Oktober im Schneetreiben.
Keystone
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Nach den Schneefällen in der Nacht schneit es in der Schweiz auch tagsüber verbreitet. Am meisten Schnee fiel in den zentralen und östlichen Alpen. Einen Rekordschneefall meldet die Stadt Bern. Noch nie seit Messbeginn im Jahr 1931 sei in der Stadt Bern im Monat Oktober so viel Schnee gefallen, sagte ein Sprecher von Meteo Schweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Bis um sieben Uhr am Morgen gab es in der Bundesstadt 8 Zentimeter. Der anhaltende Schneefall brachte mindestens weitere 2 Zentimeter.

Das führte unter anderem dazu, dass das Fussballspiel zwischen YB und Luzern, das am Sonntagnachmittag in Bern hätte stattfinden sollen, abgesagt wurde. Der starke Schneefall und der eisige Wind haben dem Spielfeld massiv zugesetzt, wie der Verein BSC Young Boys mitteilte. Die Kantonspolizei Bern meldete nicht weniger als 60 Verkehrsunfälle auf dem Kantonsgebiet.

Oktoberschnee ist selten

Schneefälle bis in tiefe Lagen im Oktober sind äusserst selten. Zwar gab es auch in den Jahren 2008 und 2003 Oktoberschnee im Mittelland – zuvor aber jahrzehntelang nicht. Bis am Sonntagnachmittag fielen gemäss SF Meteo verbreitet 5 bis 15 Zentimeter Neuschnee.

Über 10 Zentimeter registrierten Flawil SG (17 cm), Bauma ZH (16 cm), Pfäffikon ZH (15 cm) oder Brig (12 cm), wie es bei Meteo Schweiz hiess. Im Jura und nördlich davon im Baselbiet gab es stellenweise 20 Zentimeter und mehr. Am meisten bekam Mervelier JU mit 28 Zentimeter ab. In den zentralen und östlichen Alpen belaufen sich die Mengen auf 20 bis 35 Zentimeter.

Im Tessin hingegen regnete es unter einer Höhe von 600 Metern. Starke Windböen verursachten in der Region Lugano Schäden. Mehrere Strassen mussten gesperrt werden. Gar keine Niederschläge gab es in Genf.

Der Schneefall bis ins Mittelland hat vielerorts zu Schwierigkeiten auf der Strasse geführt. Allein im Kanton Zürich kam es seit Samstagabend zu rund zwei Dutzend Unfällen, wie die Polizei mitteilt. Mehr als die Hälfte der Unfälle ereigneten sich im Knonaueramt, vorwiegend auf der Autobahn A4. Zudem behinderten umgestürzte Bäume und heruntergefallene Äste den Verkehr. Gar von 90 Unfällen berichtet die Berner Kantonspolizei.

Basler sollen den Wald meiden

Weil die Bäume noch Laub tragen, wiegt der nasse Schnee schwer auf den Ästen. Das Amt für Wald beider Basel teilte mit, dass die Situation im ganzen Kantonsgebiet heikel sei – insbesondere in Lagen über 400 Meter. Die Basler Bevölkerung wird deshalb aufgerufen, vorderhand keine Spaziergänge im Wald zu unternehmen. Auch der Waldrand sei zu meiden.

Die Zürcher Polizei mahnt, beim Autofahren die Geschwindigkeit den winterlichen Verhältnissen anzupassen. Neben unangepasstem Tempo sei ein Teil der Unfälle aber auch darauf zurückzuführen, dass viele Autos noch mit Sommerreifen unterwegs seien.

Massenkarambolage auf der A 12

Die meisten Unfälle wegen des Schnees ereigneten sich laut dem Verkehrsdienst Viasuisse auf den Westschweizer Strassen, viele davon auf kleineren Strassen, der grösste allerdings auf der A 12 Richtung Freiburg. Auf der schneebedeckten Fahrbahn fuhren kurz vor 11 Uhr 15 Autos ineinander. Die Autobahn musste wegen der Massenkarambolage in der Westschweiz zwischen Châtel-St-Denis und Vaulruz für drei Stunden gesperrt werden.

Viele Haupt- und Kantonsstrassen in der Zentral- und Westschweiz waren laut Viasuisse schneebedeckt. Betroffen waren auch die A 2 im Tessin zwischen Airolo und Biasca und in Graubünden die A 13 zwischen Mesocco und Andeer.

Neun Unfälle in St. Gallen

Im Kanton Schwyz kam es auf der Bergstrecke zwischen Schindellegi und Sattel zu Staus und Blechschäden: Mehrere Autos mit Sommerpneus waren ins Rutschen geraten oder blieben im Schnee stecken.

Bei St. Gallen prallte eine Autofahrerin auf der Stadtautobahn in eine Leitplanke. Wegen des Airbags erlitt sie Schürfungen und Verbrennungen. Die Frau musste ins Spital gefahren werden. Im Kanton St. Gallen kam es zu insgesamt neun Unfällen. Die Feuerwehr stand wegen umgestürzter Bäume im Grosseinsatz.

Bahnverkehr wenig behindert

Keine grösseren Probleme traten im Bahnverkehr auf. Nicht fahren konnte am Sonntag die Stanserhorn-Bahn sowie die Bergbahn auf den Pilatus. Im Grossraum Genf, wo zwar kein Schnee fiel, aber der Wind heftig blies, mussten die Reisenden Unterbrüche auf verschiedenen Tram- und Buslinien hinnehmen.

In der Nacht auf Sonntag fiel in der Schweiz verbreitet Schnee, im Mittelland waren es rund 10 Zentimeter. Im Laufe des Tages schneit es weiter. In den Bergen werden bis am Sonntagabend 20 bis 40 Zentimeter erwartet. Die Temperaturen lagen vielerorts unter dem Gefrierpunkt, wie Meteonews mitteilt.

Bis zur Wochenmitte gibt es nun jeweils am Morgen leichten Frost, tagsüber steigt die Quecksilbersäule aber in den Plusbereich, und auch in der Höhe wird es milder: Die Nullgradgrenze steigt bis zum Mittwoch auf rund 2000 Meter. Dem Schnee stehen also schwierige Zeiten bevor, und Schnee bis ins Flachland ist zumindest bis auf weiteres kein Thema mehr.

mit Material der sda/kpn/fko/kle/mw

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