Zum Hauptinhalt springen

«Die Rena ist eindeutig im Todeskampf»

Am Wrack der Rena vor Neuseeland jagt eine Hiobsbotschaft die andere. Das Heck ist grösstenteils im Meer versunken und macht die Bergung der 400 Container umso schwieriger. An den Stränden herrscht Chaos.

Schiffsunglück: Die Rena sinkt. (10. Januar 2012)

Ein fünf bis zehn Meter breiter und drei Kilometer langer Ölfilm breitet sich vor Neuseeland aus und bedroht erneut die umliegenden Strände im Nordosten der Nordinsel. Die Strömung treibt Wrackteile und Container des Containerschiffs Rena an die Küsten, wo sie für Schiffe und Schwimmer zur tödlichen Gefahr werden können.

«Die Rena ist eindeutig im Todeskampf», sagte Umweltminister Mick Smith in Tauranga. «Unsere Priorität ist es, die Umweltschäden so gering wie möglich zu halten.» Er gehe aber davon aus, dass nur noch weniger als zehn Tonnen Öl auslaufen können. Taucher sollen das gesunkene Wrackteil untersuchen. Doch traut sich keiner in die Nähe, solange der Stahlkoloss noch in Bewegung ist.

Wie hoch die verbliebene Menge Öl an Bord ist, weiss niemand so genau. Kurz nach dem Unglück am 5. Oktober waren 360 Tonnen Öl aus dem Schiff ausgelaufen. Mehr als 2000 Vögel verendeten und zahlreiche Strände wurden verschmutzt. Mehr als 1000 Tonnen wurden abgepumpt, doch blieben unerreichbare Reste zurück.

Helfer in Alarmbereitschaft

Um neuen Schlick von den Küsten fernzuhalten, sicherten die Behörden den Strand von Maketu rund 50 Kilometer südlich des Unglücksortes mit schwimmenden Barrieren. Helfer seien in Alarmbereitschaft, sollten Öllachen in Küstengewässern auftauchen, teilte die Schifffahrtsbehörde MNZ mit.

Versuche, das Heck mit Schleppern in eine stabilere Position zu ziehen, scheiterten. Aber es konnten sich erstmals wieder Bergungsspezialisten auf dem Bugteil des Schiffes abseilen, um die Lage von dort zu beobachten, berichtete die Schifffahrtsbehörde bei einer Pressekonferenz in Tauranga.

Das Wrack liegt nur 22 Kilometer vor der Küste auf dem Astrolabe-Riff. Abgerutschte Container, die an der Oberfläche schwammen, wurden vertäut und von den Schleppern fortgezogen, um sie in ruhigem Gewässer bergen zu können.

Riesendurcheinander

An den nahe gelegenen Stränden wie Waihi werden immer mehr Container angespült, teilweise intakt, teilweise aufgerissen. «Sie haben heute einen Kran wie aus der Action-Spielzeugserie Transformers hergebracht und graben einen Weg durch die Dünen, wahrscheinlich um den Kran an den Strand zu bringen», sagte Christian Boston im Radioprogramm Newstalk ZB.

In Waihi waren etwa ein Dutzend Container zu sehen. Am Strand der Insel Matakana wurden 20 angespült, schätzte Grant Dyson von der Bergungsfirma Braemar Howells im selben Programm. Und Augenzeuge Hayden Murray berichtete: «Daraus quillen Holz, Milchpulver, Reifen – es ist alles ein Riesendurcheinander.» Viele Schaulustige kamen, um die Container zu sehen. Es kursierten Berichte über Plünderer, aber die Polizei bestätigte das nicht.

Die Schifffahrtsbehörde MNZ warnte Schwimmer und Fischer vor den Wrackteilen und Containern, die die Strömung bis zu 160 Kilometer weiter Richtung Südosten spülen könnte. Die Marine war im Einsatz, um die wichtigsten Schifffahrtsstrassen nach gesunkenen Containern abzusuchen.

SDA/kle

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch