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Die Flutwelle riss mindestens 270 Menschen in den Tod

Indonesien wurde innerhalb von 24 Stunden durch drei Naturkatastrophen heimgesucht. Das wahre Ausmass der Katastrophe wird erst jetzt langsam sichtbar.

Überlebt, aber alles verloren: Indonesier sitzen in den Trümmern ihrer Häuser.
Überlebt, aber alles verloren: Indonesier sitzen in den Trümmern ihrer Häuser.
Keystone
Auf der Flucht: Aus Angst vor dem nahenden Tsunami fliehen die Bewohner der betroffenen Region in die Berge.
Auf der Flucht: Aus Angst vor dem nahenden Tsunami fliehen die Bewohner der betroffenen Region in die Berge.
Reuters
Beschwerlicher Arbeitsweg: Die Wassermassen fliessen in Jakarta nur langsam ab.
Beschwerlicher Arbeitsweg: Die Wassermassen fliessen in Jakarta nur langsam ab.
Reuters
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In Indonesien ist die Zahl der Toten nach drei Naturkatstrophen innerhalb von 24 Stunden auf mindestens 300 gestiegen. Rettungskräfte suchten am Mittwoch auf der Mentawai- Inselkette nach Überlebenden des Tsunamis, der von einem Erdbeben ausgelöst worden war.

Mindestens 272 Menschen wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes vom Mittwoch durch die Flutwelle getötet. Weitere 412 Menschen würden noch vermisst.

Zehn Dörfer weggespült

Auf der Hauptinsel Java stieg die Zahl der Toten nach dem Ausbruch des Vulkans Merapi unterdessen auf 28. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono unterbrach wegen der Katastrophen einen Staatsbesuch in Vietnam.

Luftaufnahmen zeigten, dass der Tsunami auf der Inselgruppe Mentawai grosse Schäden angerichtet hatte. Zehn Dörfer wurden von bis zu drei Meter hohen Wellen weggespült. Auf Südpagai, einer der Mentawai-Inseln, schossen die Flutwellen nach Behördenangaben 600 Meter weit ins Landesinnere.

Von der Aussenwelt abgeschnitten

Zahlreiche Dörfer waren weiter von der Aussenwelt abgeschnitten. Wegen starken Windes und rauer See war es für Rettungskräfte schwierig, in das Katastrophengebiet vorzudringen.

Ein erstes Such- und Hilfsteam vom indonesischen Roten Kreuz erreichte die Inselgruppe westlich von Sumatra am Dienstag. Das Team habe Zelte und Leichensäcke mitgebracht. Zwei weitere Hilfsgruppen mit weiterem Material sollten folgen. Auch ein erstes Frachtflugzeug mit 16 Tonnen Zelten, Medikamenten, Lebensmitteln und Kleidung traf inzwischen ein.

Allerdings sei es schwierig, ins Katastrophengebiet vorzudringen, teilte die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften mit.

Deshalb seien auch die Informationen über die Lage vor Ort nur bruchstückhaft. Die bisherigen Angaben zur Zahl der Toten und Verletzten enthielten keine Informationen zur Situation in den Dörfern, die noch nicht erreicht worden seien.

14 Nachbeben

Das Erdbeben hatte auch Städte entlang der Westküste der Insel Sumatra erschüttert, darunter Padang. Dort hatte ein Erdstoss der Stärke 7,6 im vergangenen Jahr mehr als 700 Menschen das Leben gekostet.

Das Beben hatte am Montagabend im Westen von Indonesien eine drei Meter hohe Flutwelle ausgelöst, die Hunderte Häuser mit sich riss. Der erste Erdstoss hatte eine Stärke von 7,7.

Unter den mindestens 14 Nachbeben erreichte eines eine Stärke von 6,2. Das Zentrum des Bebens lag rund 280 Kilometer südlich von Sumatra und 20 Kilometer unter dem Meeresboden.

Vulkan-Aktivität nimmt zu

Auf der Hauptinsel Java brach am Dienstagabend der Vulkan Merapi aus und spuckte Wolken mit heisser Asche und Steinen in die Luft. Mindestens 28 Menschen kamen ums Leben. Die meisten Opfer seien zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, teilten die Behörden mit.

Am Mittwoch kam es zu keinen neuen Eruptionen, die Behörden warnten aber vor einer Rückkehr in das Vulkan-Gebiet. Der Merapi (»Feuerberg») zählt zu den gefährlichsten der 129 aktiven Vulkane in Indonesien. Er war am Dienstagabend weniger als 24 Stunden nach dem Beben ausgebrochen.

Peter Ulmer, Vulkanologe an der ETH Zürich, schliesst einen Zusammenhang der beiden Ereignisse nicht aus. Der Hauptausbruch des Vulkans sei kurz nach dem Erdbeben erfolgt, sagte er in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens SF. Das unstabile Magma- Reservoir im Untergrund sei möglicherweise vom Beben erschüttert worden.

SDA/mrs

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