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«Die Flucht eines Verwahrten muss man in Kauf nehmen»

Strafrechtler Jonas Weber erklärt, weshalb der Ausgang zu einer Verwahrung gehört. Seines Wissens weist nichts darauf hin, dass im Fall Jean-Louis B. sorgfaltswidrig gearbeitet wurde.

«Ein Restrisiko, das sich nicht vermeiden lässt»: Jonas Weber, Professor für Strafrecht, beantwortet Fragen zur Verwahrung. (Video: Keystone)

Strafrechtler Jonas Weber von der Uni Basel stuft den Fall des entflohenen Jean-Louis B. als Einzelfall ein. Die Schweiz habe kein generelles Problem mit dem Vollzug von Verwahrungen.

Eine ordentliche Verwahrung müsse auch Lockerungsmöglichkeiten bieten. Denn bei der Verwahrung sei eine bedingte Entlassung möglich. «Im Hinblick darauf muss man jemandem Vollzugslockerungen einräumen», sagt Weber. Dies, erklärt der Strafrechtler, um festzustellen, ob sich eine Person im Rahmen der Lockerungen bewährt. Tut sie dies, können die Verantwortlichen entscheiden, die Person bedingt zu entlassen.

Risiko Ausgang

«Aber ist der Ausgang nicht ein Gefahrenrisiko, eine Möglichkeit zu entkommen?», lautet eine Frage im obigen Video. «Selbstverständlich», erwidert Weber. «Das muss man in Kauf nehmen. Wenn man einer Person die Lockerung nicht gewährt, hat sie keine Möglichkeit, sich zu bewähren.» Die Flucht eines Häftlings sei deshalb «ein Restrisiko, das sich nicht vermeiden lässt».

Weber sagt, ihm sei nichts bekannt, dass darauf hinweisen würde, die Lockerung der Verwahrung im Fall Jean-Louis B. sei sorgfaltswidrig angeordnet oder vollzogen worden.

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