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Deutsche Geisel in Afghanistan wieder frei

In Afghanistan haben Extremisten eine deutsche Entwicklungshelferin freigelassen. Sie war im August in Kabul entführt worden.

Angespannte Lage: Afghanische Sicherheitskräfte stehen Wache vor der schiitischen Moschee in Kabul. (Symbolbild/9.10.2015)
Angespannte Lage: Afghanische Sicherheitskräfte stehen Wache vor der schiitischen Moschee in Kabul. (Symbolbild/9.10.2015)
Hedayatullah Amid, Keystone

Eine Geiselnahme in Afghanistan hat ein gutes Ende genommen. Die entführte Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation aus Deutschland befindet sich wieder in Freiheit, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich «sehr erleichtert, dass sie wieder auf freiem Fuss ist und es ihr den Umständen entsprechend gut geht». Steinmeier weilt zurzeit in Teheran.

Die Frau, die für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit arbeitet, war am 17. August in Kabul verschleppt worden. Steinmeier dankte der «afghanischen Regierung und ihren Sicherheitskräften sowie unseren Partnern im Rahmen von Resolute Support», der Nato-Mission in Kabul.

Aus ihrem Auto gezerrt

Laut Polizei geschah die Geiselnahme in einem Viertel, in dem viele internationale Organisationen ihren Sitz haben. Bewaffnete Männer zerrten die Deutsche aus ihrem Auto und verschleppten sie.

«Wir sind sehr erleichtert und glücklich, dass unsere Mitarbeiterin wieder in Freiheit ist», erklärte die GIZ-Vorstandssprecherin Tanja Gönner. Gönner dankte «allen Beteiligten (...), die uns dabei unterstützt und zu diesem guten Ausgang beigetragen haben».

Die Entführung der Frau im August war die zweite eines GIZ-Mitarbeiters in Afghanistan binnen weniger Monate. Im April war ein GIZ-Mitarbeiter in der nordafghanischen Provinz Kundus entführt worden. Er wurde später nach afghanischen Angaben von Sicherheitskräften befreit. Nach Angaben der GIZ sind in Afghanistan 180 deutsche und internationale und 1600 afghanische Mitarbeiter für die Entwicklung des Landes im Einsatz.

Lage zunehmend unsicher

Die Lage in Afghanistan ist nach dem Abzug der internationalen Kampftruppen wieder zunehmend unsicher. Der von der Nato geführte Kampfeinsatz war Ende 2014 nach 13 Jahren zu Ende gegangen. Insgesamt sind noch etwa 13'000 Nato-Soldaten in Afghanistan, darunter bis zu 850 deutsche Soldaten.

Angesichts der Verschlechterung der Sicherheitslage und des Wiedererstarkens der radikalislamischen Taliban kündigte US-Präsident Barack Obama einen langsameren Abzug der US-Truppen an, mehr als 5000 Soldaten sollen über 2016 hinaus in Afghanistan stationiert bleiben. Die Bundeswehr sollte den bisherigen Plänen zufolge Ende 2016 aus Afghanistan abgezogen sein; nun wird aber diskutiert, den Einsatz zu verlängern.

AFP/ij

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