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Der verfrühte Sommer

Die Schweiz hat ein schönes und heisses Osterwochenende hinter sich. Und es wird noch besser. Doch nebst Allergien, Ernteausfall und Waldbrandgefahr kehrt ein ungebetener Gast früher zurück als erwartet.

Sichtbare Dürreperiode: Ebbe und Strandlaufen am Bodensee.
Sichtbare Dürreperiode: Ebbe und Strandlaufen am Bodensee.
Keystone
Die Schokoseite des aktuellen Wetters: Brunch im Freien am Ostersonntag in Thun.
Die Schokoseite des aktuellen Wetters: Brunch im Freien am Ostersonntag in Thun.
Keystone
Anders in der Deutschschweiz: Badegast in einer Zürcher Badi.
Anders in der Deutschschweiz: Badegast in einer Zürcher Badi.
Keystone
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Für die Landwirte wird die Lage zusehends ungemütlicher: Auch übers Osterwochenende blieb das Wetter grösstenteils heiss und trocken. In einzelnen Regionen wie dem Wallis kletterte das Thermometer bis auf über 26 Grad (siehe Box). Der Temperaturüberschuss im Monat April beträgt bereits 4 Grad. Zum Vergleich: Im Rekord-April 2007 betrug der Überschuss schweizweit 5 bis 6 Grad.

Weiterhin müssen die Bauern wohl selbst bewässern. Mit einem flächendeckenden Niederschlag ist in den nächsten Tagen nicht zu rechnen. Zwar kann es in gewissen Regionen, etwa den Alpen oder dem Jura, zu punktuellen Regengüssen kommen. Um die Trockenheit zu beseitigen, reicht dies aber nicht aus: «Das ist nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein», sagt Felix Baum von Meteonews gegenüber Redaktion Tamedia. Nur im Juragebiet und paradoxerweise im Tessin, wo viele ihr Osterwochenende verbrachten, mussten die Regenschirme kurzzeitig gespannt werden.

Die Zecke ist zurück

Die Trockenheit wirkt sich nicht nur auf die Landwirte nachteilig aus: Inzwischen gilt für die gesamte Schweiz ein Feuerverbot, und es besteht eine latente Gefahr von Waldbränden. Die warmen Temperaturen sorgen auch für eine verfrühte Rückkehr eines ungebetenen Gasts: der Zecke. Norbert Satz, Zeckenerkrankungs-Experte, sagt: «Wir haben jetzt schon täglich Patienten, die gebissen wurden.» Normalerweise stürzen sich die kleinen Tiere erst einen Monat später auf ihre Beute. Harte Zeiten durchleben derzeit auch die Allergiker: «Der Ozonwert hat den Grenzwert bereits überschritten», sagt Baum.

Doch genug gejammert: Die kleinen Zecken sind bestimmt kein Grund, sich der Sonnenseite der aktuellen Wetterlage zu verwehren. Aufgrund des schönen Wetters bestand am Osterwochenende nicht nur die Möglichkeit, Eier und Schokohasen zu suchen, sondern auch zum Sonnetanken, Wandern oder Baden (siehe Bildstrecke). Letzteres allerdings nur für Hartgesottene. Die Seetemperaturen betragen in der Regel noch nicht mehr als 15 oder 16 Grad. Und bis die Gewässer die Hühnerhauttemperatur überschritten haben, können noch Wochen vergehen. «Die kühlen Nächte sorgen dafür, dass die tagsüber gespeicherte Wärme wieder verloren geht.»

Fürs kommende Wochenende deuten die Prognosen auf traumhaftes Frühlingswetter. Von Mittwoch bis Freitag dümpeln die Temperaturen noch um 16–20 Grad rum. «Doch danach werden sommerliche Werte erwartet», sagt Baum. Und ob Fluch oder Segen: Wir sind nicht die einzigen, die sich zurzeit in einem verfrühten Sommer wähnen. Das aktuelle Wetterhoch erstreckt sich vom Atlantik bis nach Russland.

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