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Der Triumph der Kassiererin

Eine deutsche Supermarkt-Kassiererin wurde von ihrem Arbeitgeber wegen Einlösung von liegengebliebenen Pfandmarken entlassen. Das Gericht hat sie nun in Schutz genommen.

Grosse Erleichterung: Die Kassiererin «Emmely».
Grosse Erleichterung: Die Kassiererin «Emmely».

Die umstrittene Kündigung einer deutsche Kassiererin wegen Pfandbons im Wert von 1.30 Euro ist vom Bundesarbeitsgericht in Erfurt aufgehoben worden. Bei der Verhandlung am Donnerstag ging es darum, ob die fristlose Entlassung der als «Emmely» bekanntgewordenen Berlinerin verhältnismässig war.

Sie soll zwei liegengebliebene Pfandmarken im Wert von 48 und 82 Cent eingelöst haben. Im konkreten Fall würden besondere Umstände für «Emmely» sprechen, erklärten die Bundesrichter. Sie habe sich mit 31-jähriger Betriebszugehörigkeit einen grossen Vorrat an Vertrauen erarbeitet, der mit einer einmaligen Verfehlung nicht völlig aufgezehrt werde. Eine Abmahnung hätte in diesem Fall ausgereicht.

Bagatelldelikte als Kündigungsgrund

Das Bundesarbeitsgericht bleibt jedoch bei seiner Rechtsprechung, wonach Bagatelldelikte auch weiterhin ein Kündigungsgrund sein können. Es sprach sich bei Kündigungen wegen Kleindiebstählen auch gegen so genannte Bagatellgrenzen aus.

SDA/jak

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