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«Der Himmel war völlig schwarz»

Am belgischen Festival Pukkelpop hat ein schwerer Sturm zwei Bühnen und ein Zelt zum Einstürzen gebracht. Fünf Menschen wurden dabei getötet. Weitere zehn Menschen erlitten schwere Verletzungen.

Der Sturm entwurzelte Bäume: Die Festivalorganisation trauert. (Video: Reuters)

Durch ein heftiges Unwetter sind bei einem Rock-Festival im Norden Belgiens fünf Menschen ums Leben gekommen. Zehn weitere Menschen seien durch das Unglück am Donnerstagabend schwer verletzt und insgesamt rund 140 Besucher medizinisch behandelt worden, teilten die Behörden mit. Die Organisatoren sagten das Pukkelpop-Festival daher ab, zu dem sich bis zu 65'000 Besucher in der Nähe von Hasselt versammelt hatten.

Die traurige Bilanz der Tragödie am ersten Festivaltag seien fünf Todesopfer, sagte die Bürgermeisterin von Hasselt, Hilde Claes, bei einer Pressekonferenz. Es handelte sich ausschliesslich um Belgier. Die Polizei führte aus, dass zudem zehn Menschen schwer verletzt worden seien. Drei von ihnen, ein Belgier und zwei Niederländer, schwebten in Lebensgefahr. Das Unglück werde untersucht, nach ersten Erkenntnissen habe der Notfallplan aber gut funktioniert.

Zwei Bühnen eingestürzt

Das gegen 18.20 Uhr ausgebrochene Unwetter, das nur etwa eine Viertelstunde dauerte, brachte zwei Bühnen zum Einsturz, mindestens eine davon krachte auf Besucher der Freiluft-Veranstaltung. Auch Metallanlagen und Grossleinwände stürzten zu Boden, mehrere Bäume wurden entwurzelt. Ein Zelt, in dem die Gruppe Smith Westerns spielte, und in das sich Rockfans geflüchtet hatten, brach zusammen.

«Der Himmel war völlig schwarz. Auf einmal riss er auf und entfachte einen unglaublichen Sturm», berichtete eine Besucherin des Festivals der Zeitung «Le Soir». «Das war wie ein Weltuntergang.» Der 17-jährige Matthias Vannievwenhuyze sagte der Nachrichtenagentur AFP: «Ich war unter einem Partyzelt, als es zusammenbrach. Wir mussten um unser Leben rennen.» Hagelkörner von der Grösse eines Golfballs seien vom Himmel gefallen und die Menschen seien in Panik geraten.

Nach dem Unwetter glich das Gelände einem mit Matsch überzogenen Schlachtfeld. Zahlreiche Angehörige von Besuchern aus Belgien und den Niederlanden drängten sich rund um das Festivalgelände.

Zusätzliche Busse und Züge zur Abreise

Nach dem Unglück hatten die Organisatoren des Musikereignisses zunächst überlegt, ob sie das Wochenend-Programm aufrechterhalten. Am Morgen erfolgte schliesslich die Absage: «Wir können uns nicht dazu entscheiden, das Festival fortzusetzen», hiess es in einer Erklärung. Eigentlich hatte die Veranstaltung bis Samstag dauern sollen.

Das Pukkelpop-Festival lockt jedes Jahr zehntausende Menschen nach Kiewit bei Hasselt. Dieses Jahr sollten unter anderem der US-Rapper Eminem und die Rockband Foo Fighters auftreten, schätzungsweise 60'000 bis 65'000 Besucher waren angereist. Um eine zügige Abreise der Besucher zu ermöglichen, wurden zusätzliche Busse und Züge eingesetzt. Auf Grossleinwänden wurden die Menschen aufgefordert, das Gelände zu verlassen.

Bereits Tragödie vor einem Jahr

Noch in der Nacht besuchte Belgiens Regierungschef Yves Leterme den Unglücksort, um den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl auszudrücken. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso richtete eine Kondolenzbotschaft an die Betroffenen. Er habe «mit grosser Traurigkeit» von dem Unglück erfahren, erklärte er in Brüssel.

Bereits vor einem Jahr hatten zwei Tragödien das Pukkelpop überschattet: Ein Toningenieur starb an den Folgen eines Herzinfarkts, und der Sänger einer Rockgruppe stürzte sich nach dem Konzert seiner Band von einem Mast in den Tod.

SDA/kpn

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