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Depardieu erklärt sich in Zürich

Nationen-Chaos bei Filmstar Gérard Depardieu: Der Schauspieler will nun auch einen belgischen Pass beantragen. Das habe jedoch nichts mit einer Steuerflucht zu tun, erklärte er am Rande der Fifa-Gala in Zürich.

Verstehen sich offenbar gut: Gérard Depardieu und Fifa-Chef Sepp Blatter. (7. Januar 2013)
Verstehen sich offenbar gut: Gérard Depardieu und Fifa-Chef Sepp Blatter. (7. Januar 2013)
Keystone

Nach seinem umjubelten Besuch in seiner neuen Heimat Russland ist Filmstar Gérard Depardieu in die Schweiz gereist – wenn auch nicht aus Steuergründen. «Ich habe einen russischen Pass, aber ich bin Franzose und ich werde sicherlich auch die doppelte belgische Staatsbürgerschaft haben», sagte der 64-Jährige am Montagabend dem Sportsender L'Equipe 21 am Rande der Gala zur Auszeichnung des Weltfussballers 2012 in Zürich. Die Annahme des russischen Passes habe nichts mit einer Steuerflucht zu tun, beteuerte er. «Wenn ich vor dem (französischen) Fiskus hätte fliehen wollen, hätte ich es schon vor langer Zeit getan», sagte der Obelix-Darsteller.

Depardieu verliess bereits am Sonntagabend die russische Republik Mordowien, wie ein Sprecher des dortigen Gouverneurs der Nachrichtenagentur Interfax sagte. Dort war dem frischernannten russischen Staatsbürger Depardieu am Sonntag ein begeisterter Empfang bereitet worden.

Depardieu will weg aus Frankreich

Depardieu will im Streit um die hohen Steuern Frankreich den Rücken kehren und hat angesichts der erregten Debatte damit gedroht, seine französische Staatsbürgerschaft abzugeben. Am Donnerstag erhielt der 64-jährige Obelix-Darsteller von Russlands Staatschef Wladimir Putin persönlich die russische Staatsbürgerschaft verliehen, beide trafen sich am Samstag im mondänen russischen Badeort Sotschi.

In Zürich wollte der Fussballfan Depardieu, der als junger Mann als Torwart aktiv war, der Gala der Verleihung des «Ballon d'Or» beiwohnen. Mit dem «Goldenen Ball» werden jedes Jahr der beste Fussballer und die beste Fussballerin der Welt ausgezeichnet. Depardieu hatte FIFA-Chef Sepp Blatter Mitte Oktober in Zürich getroffen und war dabei zu der Preisverleihung eingeladen worden.

Bei der Gala dürfte Depardieu auch Werbung für die Fussballweltmeisterschaft 2018 machen, die in seiner neuen Wahlheimat Russland ausgetragen wird. Putin hatte die Bewerbung seines Landes für das Sport-Grossereignis persönlich angeführt.

Betrunken vom Roller gestürtzt

Ein deutlich weniger erfreulicher Termine steht dann am Dienstag für Depardieu auf dem Programm: Der Weinliebhaber muss sich vor der Justiz verantworten, weil er Ende November in Paris betrunken mit seinem Motorroller stürzte. Bei dem Schauspieler wurde ein Alkoholwert von 1,8 Promille festgestellt, erlaubt sind in Frankreich höchstens 0,5 Promille.

Bei der Anhörung in einem Pariser Gericht soll geprüft werden, ob im Zuge eines Schuldeingeständnisses ein längeres Verfahren vermieden werden kann. Dabei schlägt die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten ein milderes Strafmass vor, wenn sich dieser zu den ihm gemachten Vorwürfen bekennt. Weil er niemanden verletzte, dürfte Depardieu bei einem Schuldeingeständnis mit einer Geldstrafe und einigen Punkten im französischen Verkehrsregister davonkommen. Ein Richter müsste eine Einigung zwischen Depardieu und der Staatsanwaltschaft noch absegnen.

sda/AFP/ses

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