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Dauerregen sorgt für Chaos in Genua

Im bereits schwer in Mitleidenschaft gezogenen Norditalien halten die Regenfälle an. Genua gleicht inzwischen einer Geisterstadt. An der französischen Mittelmeerküste wurden Leichen angeschwemmt.

Freiwillige helfen nach den verheerenden Unwettern bei den Aufräumarbeiten. (6. November 2011)
Freiwillige helfen nach den verheerenden Unwettern bei den Aufräumarbeiten. (6. November 2011)
LUCA ZENNARO, Keystone
Grosses Verkehrschaos:  Im Zentrum von Genua türmen sich die Autos. (5. November 2011)
Grosses Verkehrschaos: Im Zentrum von Genua türmen sich die Autos. (5. November 2011)
Keystone
Trat über die Ufer: Der Fluss Bisagno in Genua. (4. November 2011)
Trat über die Ufer: Der Fluss Bisagno in Genua. (4. November 2011)
AFP
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Vor bei der Stadt Alessandria kam es zu Überschwemmungen und Erdrutschen, mehrere Familien mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Behörden befürchten weitere Erdrutsche in der Gegend von Borghetto di Vara unweit der ligurischen Hafenstadt La Spezia. Die Stadt war bereits vergangene Woche von schweren Unwettern heimgesucht worden.

Aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Strassen gesperrt. Der Zivilschutz befürchtete am Samstag, dass der längste Fluss Italiens, der Po, über die Ufer treten könnte.

Aufräumarbeiten in Genua

In Genua versuchten Feuerwehrleute und Freiwillige, die Strassen von Schlamm und Geröll zu befreien. Nach tagelangen Regenfällen hatten sich die Strassen und Gassen der Hafenstadt in reissende Bäche verwandelt.

Der Fluss Bisagno trat über die Ufer und überschwemmte mehrere Stadtteile. Riesige Wasser- und Schlammmassen, die plötzlich durch eine Strasse in der Innenstadt strömten, erdrückten vier Frauen und zwei Kinder, die in einem Hauseingang Zuflucht gesucht hatten. Das jüngste Opfer war erst elf Monate alt. Die Wassermassen drückten Schaufenster ein, Schlamm und Trümmer rissen zahllose Fahrzeuge mit.

In einigen Quartieren kam es zu Stromausfällen. Retter mussten Dutzende Autofahrer in Sicherheit bringen. Erdrutsche wurden in den Genueser Quartieren Bavari und San Desiderio gemeldet. Geschäfte und Unternehmen wurden überschwemmt.

Rücktritt der Bürgermeisterin gefordert

Empörte Bürger beschimpften die städtischen Behörden und beschuldigten sie, keine Vorbeugemassnahmen ergriffen zu haben, obwohl seit Tagen heftige Regenfälle angesagt waren. Viele forderten die linke Bürgermeisterin von Genua, Marta Vincenzi, zum Rücktritt auf.

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi betonte in einer Mitteilung, offensichtlich sei in der Stadt dort gebaut worden, wo man wegen der Gefahr von Hochwasser nicht hätte bauen dürfen. Erst vor zehn Tagen hatten Unwetter die Regionen Ligurien und Toskana heimgesucht. Zehn Menschen kamen ums Leben. Gemäss Meteorologen muss auch am Sonntag mit Unwettern gerechnet werden.

Vier Tote in Frankreich

Vermutlich wegen der Unwetter in Italien machten die Bewohner der französischen Mittelmeerküste mehrere grausame Entdeckungen. In Südfrankreich wurden innerhalb von drei Tagen die Leichen von drei Männern angeschwemmt. Aus Ermittlerkreisen hiess es, es werde auch ermittelt, ob diese Leichen von der ligurischen Küste Italiens stammten. Die Leichen waren an Stränden des Départements Var gefunden worden.

Die Unwetter erreichten am Samstag auch Südfrankreich. Heftige Gewitter und Regenstürme führten in Var und den Alpes-Maritimes zu Überschwemmungen. Strassen wurden gesperrt, 600 Einwohner aus fünf Gemeinden in Sicherheit gebracht.

Am Ufer des Flusses Hérault im gleichnamigen Departement entdeckten Polizei und Feuerwehr am Samstag die Leiche eines Mannes, bei dem es sich um einen seit dem Vortag vermissten 51-jährigen Deutschen handelte. Der Mann hatte in einer Wohnwagensiedlung der Gemeinde Lézignan-la-Cèbe gelebt.

SDA/ dapd/mrs, jak

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