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«Das Wasser steht direkt an der Hintertür»

Die Pegelstände im australischen Bundesstaat Queensland sind bedrohlich angestiegen. Tausende Menschen sind von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Ortschaft St. George gleicht einer Geisterstadt.

Rettung mit dem Black Hawk: Ein Soldat der australischen Streitkräfte evakuiert eine Frau mit ihrem Kind. (5. Februar 2012)
Rettung mit dem Black Hawk: Ein Soldat der australischen Streitkräfte evakuiert eine Frau mit ihrem Kind. (5. Februar 2012)
AFP

In den australischen Hochwassergebieten an der Ostküste ist keine Entspannung in Sicht. Die besonders bedrohte Ortschaft St. George etwa 500 Kilometer westlich von Brisbane glich einer Geisterstadt, wie die wenigen Zurückgebliebenen im Radio berichteten.

Die meisten der 3800 Einwohner hatten die Warnungen ernst genommen und sich in Sicherheit gebracht, bevor auch die letzte Strasse aus der Ortschaft heraus überschwemmt wurde. Rund 400 Menschen blieben jedoch zunächst trotz einer Anordnung zur Evakuierung, um bei der Schadensbegrenzung zu helfen.

Ein 18 Monate altes Kind ertrank, wie die Behörden mitteilten. Es war das zweite Todesopfer innerhalb weniger Tage. Starker Regen hat viele Flüsse entlang der australischen Ostküste anschwellen und teils über die Ufer treten lassen.

Rekordpegelstand übertroffen

Das Hochwasser des Flusses Balonne, der durch St. George fliesst, übertraf den Rekordpegelstand der letzten grossen Überschwemmung 2010 und stieg weiter. Er stand bei fast 14 Metern. Bis mindestens Dienstagnacht wird der Pegelstand nach Behördenangaben weiter steigen.

Die Dämme des Flusses in der Stadt sind lediglich 14,5 Meter hoch. «Mit den bestehenden Dämmen werden die Wassermassen in St. George nicht zurückzuhalten sein», warnte die Regierungschefin des Bundesstaates Queensland, Anna Bligh.

Die Bürgermeisterin von St. George, Donna Stewart, war optimistischer, nachdem in letzter Minute die Dämme noch einmal erhöht worden waren. «Ich bin überzeugt, dass wir den grössten Teil von St. George gerettet haben», sagte sie im Radio.

«Das Wasser steht direkt an der Hintertür»

Zu denen, die in St. George blieben, gehörte der Parlamentsabgeordnete Barnaby Joyce. Sein Haus liegt auf einer Anhöhe und er wollte Flüchtlinge aufnehmen, sollten die Strassen überflutet werden.

«Ich sehe Wassermassen vor meinem Fenster, die das Hafenbecken von Sydney in zwei Tagen füllen würden», berichtete er. «Es hört sich wie Meeresrauschen an, aber es ist der Fluss, und das Wasser steht praktisch direkt an der Hintertür.»

Die Ortschaft war bereits im vergangenen Jahr und im Jahr davor überschwemmt worden. Im vergangenen Jahr waren in Queensland bei den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Auch die Stadt Brisbane wurde hart getroffen. Im ganzen Bundesstaat standen riesige landwirtschaftliche Flächen unter Wasser und tausende Häuser wurden überschwemmt.

SDA/ami

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