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«Das Unheimlichste war, dass er kein Wort gesagt hat»

Der 24-jährige James Holmes richtete in einem Kino in Denver ein Blutbad an. Geschockte Zeugen erzählen, was sie bei der Batman-Premiere erleben mussten.

War an der Verhaftung beteiligt: Polizeibeamter Jason Oviatt auf dem Weg in den Gerichtssaal. (7. Januar 2013)
War an der Verhaftung beteiligt: Polizeibeamter Jason Oviatt auf dem Weg in den Gerichtssaal. (7. Januar 2013)
Reuters
Polizist Justin Grizzle erzählt, was er an jenem Abend in Aurora erlebt hat. (7. Januar 2013)
Polizist Justin Grizzle erzählt, was er an jenem Abend in Aurora erlebt hat. (7. Januar 2013)
Reuters
Hier ereigneten sich die dramatischen Szenen: Eine Aufnahme zeigt den Kinokomplex am Tag.
Hier ereigneten sich die dramatischen Szenen: Eine Aufnahme zeigt den Kinokomplex am Tag.
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Hunderte Menschen standen gestern Donnerstagnacht vor verschiedenen Kinos in den USA Schlange, um die Premiere des Batman-Films «The Dark Knight Rises» zu sehen. Im Saal 9 des Century-16-Kinotheaters in Aurora, einem Vorort von Denver, lief der Film 15 Minuten lang, als um 00.39 Uhr Ortszeit bei der Polizei ein Notruf nach dem anderen einging. Ein schwarz gekleideter Schütze, später von der Polizei als der 24-jährige James Holmes identifiziert, hatte im Kinosaal ein Blutbad angerichtet. Zwölf Menschen starben, 38 wurden verletzt.

«Ich sah, wie ein Mann durch den Notausgang hereinkam», so ein Zeuge zu 9 News. «Er trug eine Gasmaske und eine kugelsichere Weste.» Der Mann war ganz in Schwarz gekleidet, bewaffnet mit einer Schrotflinte, einem Gewehr und einer Handfeuerwaffe. Die Schrotflinte hielt er in der Hand, das Gewehr hatte er umgeschultert, erzählt James Wilburn gegenüber Denverpost.com. Der Mann warf einen Gegenstand in den Saal. Laut Augenzeugen eine Tränengasgranate.

«Er schoss auf Kinder»

«Er stand da und niemand reagierte. Die Tränengasgranate explodierte. Immer noch reagierte niemand», so ein Augenzeuge zu 9 News. Man habe gedacht, es sei Teil des Films. «Er sah so ruhig aus», erzählt der Zeuge weiter. «Es war unheimlich. Er wartete, bis beide Tränengasgranaten explodiert waren und dann begann er zu schiessen.» Erst habe der Mann in die Luft geschossen. Dann sei er ruhig die Treppe hochgegangen und habe auf Menschen geschossen. Wahllos. «Er schoss auf Kinder, Erwachsene, auf unsere Freunde», so einer der Zeugen. «Das Unheimlichste war, dass er kein Wort gesagt hat.»

Benjamin Fernandez erzählt gegenüber Denverpost.com, er habe plötzlich Explosionen gehört. Die Menschen hätten versucht, aus dem Kinosaal zu rennen. Ein Polizist habe geschrien: «Runter!» Die Tränengasgranaten hätten wohl die Polizei erst daran gehindert, in den Saal zu kommen. Fernandez sah, wie Menschen getroffen zu Boden fielen. Unter den Opfern war ein kleines Mädchen. Den Film sahen sich viele Familien mit kleinen Kindern an.

«Ich konnte kaum atmen»

«Ich sagte meinem Bruder, er solle in Deckung gehen», erzählt Lamar Lane gegenüber ABC News. «Ich sah Mündungsfeuer, hörte Schreie. Ich sah Blut und schreiende Menschen und sah den Typen mit der Gasmaske im Gesicht. Dann wurde ich aus dem Saal geschoben. Es herrschte Chaos. Wir begannen zu rennen.» Als die Schrotflinte leer geschossen war, habe sie der Mann weggeworfen, nach dem Gewehr gegriffen und weitergeschossen, erzählen Zeugen. «Er schoss und schoss und schoss», sagt ein Zeuge zu ABC News.

«Er gab niemandem eine Chance, rauszukommen», so eine Zeugin. Auf der Leinwand lief der Batman-Film weiter. Im Saal lief die 21-jährige Naya Thompson um ihr Leben, wie sie gegenüber Denverpost.com erzählt. «Ich hustete, würgte und konnte kaum atmen», erzählt sie. Sie entkam zusammen mit ihrem Freund Derrick Poage. Dem 22-Jährigen fiel draussen auf, dass seine Hosen blutverschmiert waren und er auf der Flucht seine Schuhe verloren hatte. Auf Twitter macht später ein Kinobesucher seinen Gefühlen Luft: «Das war die beschissenste Nacht meines kurzen Lebens.»

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