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Das Handy wurde Strauss-Kahn zum Verhängnis

Die US-Medien versuchen die Angestellte aufzuspüren, über die Dominique Strauss-Kahn hergefallen sein soll. Zudem ist bekannt geworden, wie der IWF-Chef nach der Tat gefunden werden konnte.

In diesem Hotel hat sich die mutmassliche Tat abgespielt: Sofitel in New York.
In diesem Hotel hat sich die mutmassliche Tat abgespielt: Sofitel in New York.
Keystone

Das 32-jährige Zimmermädchen ist die Schlüsselfigur in der Affäre um den Chef des Internationalen Währungsfonds, und bis jetzt wurde es von der Polizei und dem New Yorker Hotel, in dem sich die mutmassliche Tat ereignete, erfolgreich abgeschirmt. Nachdem die Angestellte des Sofitels Dominique Strauss-Kahn identifiziert hatte, verliess sie den Polizeiposten mit einer Decke über dem Kopf.

Um die Frau zu schützen, haben die Behörden nur spärliche Informationen über sie herausgegeben. Ausser ihrem Alter liess sie die Öffentlichkeit lediglich ihre Herkunft wissen: Offenbar handelt es sich um eine Immigrantin aus Afrika. Von ihrem Arbeitgeber ist nicht mehr zu erfahren.

Widersprüchliche Angaben über Opfer

Die amerikanischen Medien lassen dennoch nicht locker und versuchen mehr über die Frau herauszufinden – sei es aus Sensationslüsternheit oder um den Verschwörungstheorien auf den Grund zu gehen, wonach dem IWF-Chef eine Falle gestellt worden sei und eine politische Intrige gegen Strauss-Kahn laufe. Besonders aufschlussreich sind die Ergebnisse der Recherchen bisher aber nicht. Die Frau wohne im Stadtteil Bronx und habe eine Tochter im Teenager-Alter, schreibt etwa die «New York Times». Gemäss dem Hausmeister ist sie erst vor ein paar Monaten in ihre Wohnung eingezogen.

Ein Nachbar beschreibt die Familie als «gute Leute». Die Frau habe nie Probleme gemacht, sei nie laut gewesen, gibt der Mann gegenüber der US-Zeitung zu Protokoll. Gemäss dem «Wall Street Journal» stammt die Frau aus Guinea und hat nicht ein Kind, sondern zwei Kinder. Die «New York Post» erwähnt zudem einen Ehemann, die ältere Tochter sei 16 Jahre alt. Im Umfeld des Sofitels schaffte es aber nicht einmal das Boulevardblatt, an mehr Informationen heranzukommen. Offenbar wurden die Angestellten vom Management angewiesen, nichts zu erzählen und die junge Frau in Ruhe zu lassen. «Die Verwaltung sagte uns: ‹Fragt sie nicht zu viel, denn sie ist traurig›», erzählt eine Arbeitskollegin. Sie beschreibt das mutmassliche Opfer als «gute, freundliche Person». Offenbar arbeitet die Frau schon seit drei Jahren als Zimmermädchen im Hotel.

Handy wurde ihm zum Verhängnis

Mehr fanden die amerikanischen Medien dagegen über Dominique Strauss-Kahns Abreise heraus. Offenbar erfolgte sie überstürzt. Ein Hotelgast, der später vom gleichen Chauffeur zum Flughafen gefahren wurde wie Strauss-Kahn, sagte gegenüber der «New York Times»: «Der Fahrer sagte, Strauss-Kahn sei sehr in Eile gewesen. Er habe so schnell wie möglich abreisen wollen und habe verärgert und gestresst gewirkt.»

Offenbar liess der Franzose in der Eile sein Handy im Hotel liegen – er rief deswegen im Hotel an. Ein Angestellter soll daraufhin gelogen haben, er sei im Besitz des Handys. Er fragte Strauss-Kahn, wo er ihn treffen könne und erfuhr so, dass sich der Mann am John F. Kennedy Airport befand. Dort verhaftete ihn die Polizei. Dies geht aus Polizeirapporten hervor, welche die französische Zeitung «Atlantico» veröffentlicht hat. Offenbar sollen beim französischen Diplomaten auch «spermaähnliche Spuren» entdeckt worden sein, die zurzeit ausgewertet werden.

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