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«Das da bin ich»

Silvio Berlusconi erklärt Benjamin Netanyahu Kunst. Für den Cavaliere zeigt ein Gemälde in der Villa Madama in Rom «Bunga bunga von 1811».

Dem italienischen Premierminister Silvio Berlusconi vergeht auch angesichts einer grossen politischen Niederlage das Lachen nicht. Während seine Landsleute in Scharen an die Urnen strömen, um gegen den von ihm vorgeschlagenen Bau von Atomkraftwerken zu stimmen, bietet der Cavaliere eine weitere Kostprobe seines derben Humors.

Vor versammelter Presseschar anlässlich eines Treffens mit seinem israelischen Amtskollegen Benjamin Netanyahu bringt Berlusconi gestern zum Schluss noch eine «kulturelle Information» an. Netanyahu habe sich nach dem Bild, das hinter ihnen in der Villa Madama in Rom hängt, erkundigt. «Ich habe ihm erklärt, das sei eine Kopie eines Gemäldes von Andrea Appiani. Es stellt den Parnass dar, eigentlich das Bunga Bunga von 1811.» Berlusconi zeigt dann auf eine Figur im Bild und sagt: «Das da bin ich.» Dann zeigt er auf eine weitere Figur: «Und das ist Mariano Apicella.»

Apicella ist ein Sänger und wurde als Interpret der Lieder bekannt, die Silvio Berlusconi geschrieben hat. Die Figur auf dem Bild, die Berlusconi als Apicella identifiziert, stellt laut gängiger Interpretation den Gott Apollo mit seiner Leier dar. Er ist umgeben von neun Musen. Das Original hängt in der Galerie für Moderne Kunst in Mailand.

Vierfache Niederlage

Während Berlusconi in Rom scherzte, stimmten die Italienerinnen und Italiener in einem Referendum gegen seine Politik. Mit grosser Mehrheit lehnten sie eine Rückkehr zur Atomkraft ab. Auch eine Privatisierung der Wasserversorgung und den Schutz ranghoher Politiker vor Strafverfolgung lehnten die Wähler in der Volksabstimmung zu jeweils rund 95 Prozent ab.

An dem Referendum beteiligten sich am Sonntag und Montag mehr als 57 Prozent der Wähler, für eine Gültigkeit waren mehr als 50 Prozent nötig. Es war das erste Mal seit 1995, dass dieses Quorum erreicht wurde.

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