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«Da entschied ich, andere Frauen zu nehmen»

Jean-Louis B., der verwahrte Vergewaltiger auf der Flucht, war als Fünfjähriger fasziniert von der eigenen Mutter. Seine erste Frau kam seinen sexuellen Neigungen entgegen – aber nur kurz.

«Schon als ich fünf war, habe ich meiner Mutter auf den Hintern geschaut. Später war es meine erste Frau, die mich zum Analsex aufforderte. Ich fand Gefallen daran, aber sie wollte plötzlich nicht mehr. Da habe ich entschieden, dass ich andere Frauen nehmen würde.»

Diese Worte vertraute der flüchtige Vergewaltiger und Mörder Jean-Louis B. 1999 einem Journalisten der Westschweizer «Le Temps» an. B. sass damals im Gefängnis – wie den grössten Teil seines Lebens. Der mehrfach verurteilte 64-Jährige verbrachte laut der Zeitung «Le Matin» mehr als 40 Jahre hinter Gittern.

Nur wenig älter als 20 vergewaltigt er nach dem Scheitern seiner ersten Ehe zum ersten Mal eine Frau. Dann folgen: weitere Vergewaltigungen, Gefängnis, Aufenthalte in der Psychiatrie. Und wieder von vorne.

Kastration abgelehnt

Mitte der 70er-Jahre lehnt B. eine chirurgische Kastration ab, dafür benimmt er sich im Vollzug besser. Auf seinem ersten unbegleiteten Freigang vergewaltigt er eine 17-Jährige, würgt sie und erstickt sie schliesslich, indem er ihr Steine in den Hals drückt. Dafür wandert er weitere 12 Jahre hinter Gitter.

1986 erhält Jean-Louis B. wieder einmal Hafturlaub. Er fährt geradewegs zu seiner Psychologin, die sich für Hafterleichterungen eingesetzt hatte. B. vergewaltigt sie. Beim Prozess sagt er: «Ich liebe sie, und sie liebt mich. Ich bin so romantisch veranlagt.»

Zehn Jahre später wird erneut ein psychiatrisches Gutachten erstellt. Das Resultat: B. ist noch immer genauso gefährlich wie eh und je, es gibt keine Therapie, die ihn heilen könnte. 2002 wird seine Verwahrung angeordnet. Neun Jahre lang verhält er sich unauffällig – bis am letzten Montag. Wie geht die Geschichte des Jean-Louis B. weiter?

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