«Missbrauchsskandal zeigt: Es hängt mit Homosexualität zusammen»

Der Churer Weihbischof Marian Eleganti hat sich zum Missbrauchsskandal in Pennsylvania geäussert.

Weihbischof Marian Eleganti: «... bevor wir einfach die Homosexualität als eine ebenso wertvolle Variante der Schöpfung anschauen.» (Tamedia/EWTN.TV)

Am Rande des Weltfamilientreffens der katholischen Kirche in Dublin hat der Churer Weihbischof Marian Eleganti dem katholischen Fernsehsender EWTN ein Interview gegeben. Dabei hat er auch über den Missbrauchsskandal gesprochen und einen Zusammenhang mit der angeblich «homosexuellen Veranlagung» der Täter hergestellt.

Eleganti forderte zunächst eine komplette Offenlegung der Netzwerke. Auch soll geklärt werden, warum die katholischen Priester bei ihren Tätigkeiten gedeckt wurden und weshalb nicht schon früher gehandelt wurde. Das müsse von aussen kommen, von objektiven Kommissionen, da eine interne Untersuchung zu wenig glaubwürdig wäre. Die Kirche brauche nun eine grosse Reinigung und eine innere Erschütterung.

Missbrauchsskandal «hängt mit Homosexualität zusammen»

Dann fragt Interviewer Robert Rauhut, inwiefern die Kirche durch eine «homosexuelle Subkultur» herausgefordert sei. Weihbischof Eleganti beginnt moderat: «Da ist sehr sehr viel geschehen seit den 68ern. Wenn ich zurückdenke, wie sich da die Einstellung gegenüber der Homosexualität verändert hat». Eleganti findet es weiter «sehr positiv, dass wir alle Menschen, mit grossem Respekt annehmen und jedem Menschen begegnen, ohne zu richten». Man müsse jeden Menschen in seiner Würde achten und es sei positiv, dass Menschen sich nicht verstecken müssten.

Nach diesem Einstieg schlägt der Weihbischof den Bogen zum Missbrauchsskandal in Pennsylvania: «Der Missbrauchsskanda zeigt halt doch: Es hängt mit der Homosexualität zusammen», so Eleganti. «Wenn man die Ergebnisse anschaut, in Pennsylvania, mit den 300 Priestern, muss man, habe ich gelesen, doch sagen: 90 Prozent stehen in einem direkten Zusammenhang mit einer homosexuellen Veranlagung und Neigung», sagt Eleganti im Interview, das in voller Länge auf Youtube verfügbar ist.

Er glaube, es wäre blind zu leugnen, dass die Kirche nicht ein Problem mit der Homosexualität habe und, dass die Homosexualität eine Rolle spiele. «Und vielleicht bringt uns das auch wieder ein bisschen mehr zu einer neuen Nüchternheit, bevor wir einfach die Homosexualität als eine ebenso wertvolle Variante der Schöpfung anschauen, wie die heterosexuelle Ehe, dass wir eben doch sehen, dass da noch ganz andere Dinge mit im Spiel sind, denen wir uns stellen müssen».

Das Interview in voller Länge. (26. August 2018) Video: EWTN/Youtube

Auch Papst Franziskus habe vor kurzem gesagt, dass Menschen mit einer tiefsitzenden homosexuellen Neigung nicht ins Priestertum, nicht in das Seminar aufgenommen werden sollten. Solche Aussagen müssten auch zur Kenntnis genommen werden, sagt Eleganti, «weil Franziskus hier ja auch aus einer ganz konkreten Situation heraus redet und viele Hintergrundinformationen hat».

anf/mch

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