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Britin in Indien springt aus Angst vor Übergriff aus dem Fenster

In einem Hotel in Indien haben zwei Männer versucht, ins Zimmer einer britischen Touristin zu schleichen. Aus Angst, vergewaltigt zu werden, sprang sie aus dem ersten Stock. Der Hoteldirektor wurde verhaftet.

Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist in Indien ein grosses Problem: Das Hotel in der Touristenstadt Agra.
Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist in Indien ein grosses Problem: Das Hotel in der Touristenstadt Agra.
AFP

Aus Furcht vor einem sexuellen Übergriff ist eine britische Touristin in Indien aus dem Fenster ihres Hotelzimmers gesprungen. Die Frau wurde nach Polizeiangaben mit Beinverletzungen ins Spital der Touristenstadt Agra eingeliefert, wo das berühmte Taj Mahal steht.

Laut Polizei sprang die Touristin aus dem ersten Stock ihres Hotels, als zwei Männer mitten in der Nacht versuchten, in ihr Zimmer einzudringen. Nach den Worten einer Polizeibeamtin hatte die junge Frau das Drängen des Hotelchefs zurückgewiesen, sich von ihm massieren zu lassen.

«Sie ist in Sicherheit»

Um 4.00 Uhr früh sei der Hotelchef in Begleitung eines weiteren Mannes zurückgekehrt und habe versucht, sich mit einem Schlüssel Zugang zu ihrem Zimmer zu verschaffen. Daraufhin rannte sie zum Fenster und sprang ins Freie.

Der Beamtin zufolge erlitt die aus London stammende Frau eine Bänderverletzung. Sie sei in ein anderes Hotel gebracht worden: «Sie ist in Sicherheit, aber sehr verängstigt nach dem Vorfall.» Die britische Vertretung in Neu Delhi erklärte, Konsularbeamte stünden in Kontakt mit der Frau. Sie stehe unter dem Schutz der örtlichen Polizei.

Der Hotelchef wurde laut Polizei wegen Belästigung festgenommen. Er sollte rasch einem Richter vorgeführt werden. Ein Mitarbeiter des Hotels sagte, der Manager habe die Britin lediglich wecken wollen, damit sie ihren Zug am frühen Morgen erwischen könne. «Wir wissen nicht, was sie dachte, aber sie ist aus dem Fenster ihres Zimmers gesprungen», sagte der Angestellte.

Untersuchung von DNA-Proben

Der Vorfall ereignete sich wenige Tage nach der Gruppenvergewaltigung einer Schweizer Touristin im zentralen Bundesstaat Madhya Pradesh. Die Frau war in der Nacht zum Samstag vor den Augen ihres gefesselten Ehemannes von mehreren Männern missbraucht und anschliessend ausgeraubt worden.

Die sechs Tatverdächtigen seien vom Polizeigewahrsam in ein Gefängnis verlegt worden, sagte der Polizeipräsident des Distrikts, C. S. Solanki. Derzeit würden DNA-Proben der sechs Männer untersucht.

Der Polizeipräsident versprach, dass seine Beamten alle notwendigen Dokumente innerhalb einer Woche zusammentragen werden, obwohl ihnen dafür eigentlich 90 Tage Zeit zustehe. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Fall schnell gelöst werde: «Wir haben genügend Beweise», sagte er. Nach Angaben der Schweizer Botschaft erholt sich das Ehepaar weiter in der Hauptstadt Neu Delhi.

Reisehinweise verschärft

Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist in Indien weit verbreitet. Kritiker werfen Polizei und Justiz vor, viele Fälle von Vergewaltigungen gar nicht erst aufzunehmen oder rasch einzustellen.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät seit dem vergangenen Monat in einem Reisehinweis vor zunehmender sexueller Gewalt in Indien und rät Touristen, nur in grossen Gruppen und mit örtlichen Führern zu reisen.

Das Auswärtige Amt in Berlin ergänzte seine Reisehinweise für Indien am Montag. Der Hinweis, Reisende, insbesondere Frauen, sollten sich in Indien «stets von Vorsicht leiten lassen», wurde durch den Einschub «insbesondere vor dem Hintergrund zuletzt vermehrt berichteter sexueller Übergriffe» erweitert.

SDA/wid/mw

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