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Briefbomben auch in Italien und Griechenland

Neben der Bombe in Olten ist auch in der Toskana ein Sprengsatz explodiert, ein weiterer in Griechenland wurde entschärft. Experten vermuten, dass sie alle von derselben Gruppe abgeschickt wurden.

Zwei Frauen verletzten sich bei der Detonation.
Zwei Frauen verletzten sich bei der Detonation.
Reuters
Ein Teil des Gebäudes wurde nach der Tat evakuiert: Solothurner Polizei im Einsatz.
Ein Teil des Gebäudes wurde nach der Tat evakuiert: Solothurner Polizei im Einsatz.
Reuters
Die Ermittler fanden ein Bekennerschreiben der italienischen Anarchistengruppe FAI.
Die Ermittler fanden ein Bekennerschreiben der italienischen Anarchistengruppe FAI.
Reuters
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Bei mehreren Briefbomben-Anschlägen in Italien, der Schweiz und Griechenland sind am Donnerstag drei Menschen verletzt worden. Geheimdienstmitarbeiter vermuten, dass die drei Briefbomben-Anschläge miteinander zusammenhängen.

Zu dem Attentat in Italien habe sich die italienische Anarchistengruppe Informelle Anarchistische Föderation (FAI) bekannt, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Italienische, griechische und schweizerische Anarchisten stehen nach Geheimdiensterkenntissen in ständigem Kontakt miteinander. Die FAI hatte sich bereits zu den Briefbomben-Anschlägen auf die Botschaften der Schweiz, Chiles und Griechenlands in Rom an Weihnachten bekannt.

Italienischer Brigadechef könnte erblinden

Die in Italien explodierte Bombe war an den Generalstab der «Folgore»-Brigade in der Kaserne von Livorno in der Toskana adressiert. Laut italienischem Verteidigungsministerium öffnete der 40-jährige Brigadechef am Nachmittag den Brief und wurde durch die Explosion schwer im Gesicht und an den Händen verletzt. Er habe drei Finger verloren und habe zudem so schwere Verletzungen an den Augen erlitten, dass er möglicherweise teilweise oder sogar komplett blind werden könne.

Der Offizier wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Florenz geflogen. Seine mit dem zweiten Kind schwangere Frau hatte die Explosion am Telefon mit angehört. Der 40-jährige Fallschirmjägeroffizier leitete den Angaben zufolge 2009 eine Sondereinheit zur Überwachung der Wahlen in Afghanistan.

Dritte Bombe rechtzeitig entschärft

Bei einem weiteren Briefbomben-Anschlag auf den Schweizer Atomindustrie-Verband Swissnuclear wurden zudem zwei Frauen verletzt. Laut Polizei detonierte der Sprengsatz um 8.15 Uhr beim Öffnen des Briefs in dem Büro in Olten. Die beiden Opfer mussten ins Spital gebracht werden. Eine Frau erlitt Verletzungen an den Armen und im Brustbereich, die andere beklagte sich nach der Explosion über Gehörprobleme. Eine der Frauen konnte das Spital bereits wieder verlassen, sagte Thalia Schweizer, Sprecherin der Kantonspolizei Solothurn, am Abend gegenüber Radio DRS.

Zur gleichen Zeit demonstrierten wenige hundert Meter weiter etwa 30 Anhänger der Umweltorganisation Greenpeace vor dem Sitz des Schweizer Stromkonzerns Alpiq. Greenpeace distanzierte sich von dem Attentat und löste die Demonstration daraufhin auf.

Das dritte Briefbomben-Attentat richtete sich gegen den Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses Korydallos in Athen. Die in Florenz abgeschickte Bombe konnte jedoch rechtzeitig entschärft werden.

AFP/sda/oku

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