Zum Hauptinhalt springen

Brände, Randalierer, Diebe – und 200 überdrehte Teenies

Während die Bevölkerung in der Silvesternacht das Feuerwerk genoss und sich ein gutes neues Jahr wünschte, waren Polizei, Sanität und Feuerwehr in der ganzen Schweiz im Einsatz.

Unvorsichtiger Umgang mit Feuerwerk hat gemäss Polizei zum Brand in diesem Haus in Schmitten geführt. (1. Januar 2014)
Unvorsichtiger Umgang mit Feuerwerk hat gemäss Polizei zum Brand in diesem Haus in Schmitten geführt. (1. Januar 2014)
Kapo Graubünden

In der ganzen Schweiz war die Polizei während der Silvesternacht im Einsatz. Vielerorts wurde eingebrochen. Häufig bereiteten stark alkoholisierte Personen Probleme. Vereinzelt kam es zu Verletzungen wegen Umgang mit Feuerwerkskörpern.

Berner Polizei im Dauereinsatz

Bei der Berner Kantonspolizei gingen in der Nacht auf den ersten Januar über 190 Meldungen ein, wie sie heute mitteilte. Die Patrouillen mussten unter anderem wegen rund 30 Streitereien und Schlägereien ausrücken. In mehreren Fällen wurde die Polizei gerufen, weil Unbekannte Feuerwerkskörper gegen andere Personen abfeuerten.

In der Stadt Bern wurden drei 19-Jährige vorübergehend festgenommen, nachdem sie mit einer Gasdruckpistole auf ein vorbeifahrendes Tram von Bernmobil geschossen hatten. Obwohl sich im Tram Fahrgäste aufhielten, wurde niemand verletzt. Der mutmassliche Schütze werde sich vor der Justiz verantworten müssen, heisst es in der Mitteilung. Weiter wurden der Polizei über 20 Einbruchdiebstähle gemeldet.

Auch die Berner Feuerwehr war in der Silvesternacht mehrmals im Einsatz. So etwa in Ins, wo aus unbekannten Gründen in einer Käserei ein Feuer ausgebrochen war. Der Brand konnte jedoch rasch unter Kontrolle gebracht werden, verletzt wurde niemand.

Im Vergleich zu früheren Jahren weniger gefordert war das Inselspital: In der «Insel» wurden laut Mitteilung in der Nacht 52 Kinder und Jugendliche notfallmässig versorgt. Vor einem Jahr waren es 102 gewesen. Erwachsene Patientinnen und Patienten kamen 37 ins Notfallzentrum - gegenüber 45 im Vorjahr.

Frau beisst Polizistin

In Baden wurde eine Polizistin von einer stark alkoholisierten jungen Frau in die Hand gebissen und musste zum Arzt. Die 28-Jährige war mit der Hilfe der herbeigerufenen Polizeipatrouille für eine Kollegin, die ebenfalls viel getrunken hatte, nicht einverstanden und verhielt sich sehr renitent, wie die Polizei mitteilte. Die Frau wurde zur Ausnüchterung in ein Spital gebracht. Neben weiteren Einsätzen wegen Betrunkenen wurden der Polizei zehn Einbrüche in private Wohnungen gemeldet.

In Basel-Stadt gingen insgesamt 190 Notrufe gingen auf der Einsatzzentrale ein, wie die Kantonspolizei am Neujahrstag mitteilte. Bei gut der Hälfte der 50 Sanitätseinsätze mussten die Ambulanzen Betrunkene ins Spital bringen.

Streitereien im Bündnerland

Im Kanton Graubünden kam es gleich zweimal zu Auseinandersetzungen, weil einigen Personen der Zutritt zu Party-Lokalen verweigert wurde. In Laax wurden rund zehn Personen nicht in eine Bar gelassen, worauf sie randalierten und die Sicherheitsleute der Bar beschimpften und bedrohten. Eine Person wurde vorübergehend in Polizeihaft genommen, wie die Kantonspolizei Graubünden am Neujahrstag mitteilte.

In St. Moritz schlug ein Mann eine Scheibe ein, weil er nicht in einen Club eingelassen wurde. Die meisten der rund ein Dutzend Streitereien konnten allerdings rasch geschlichtet werden, wie es weiter heisst.

Vereinzelt führten Streitereien auch zu Verletzungen: Bei einem Streit im Ortsbus von Flims wurde eine Person an der Nase verletzt und musste mit der Ambulanz ins Spital gefahren werden. Ebenfalls an der Nase verletzt wurde eine Person in Chur, als ein ein Streit unter Bekannten eskalierte. In einem Club in Summaprada gerieten vier Personen aneinander und erlitten Verletzungen im Gesicht und an den Händen.

Aus verschiedenen Orten wurden in der Silvesternacht zudem Diebstähle gemeldet. In Zizers, Chur und Savognin gab es ausserdem Einbrüche in Einfamilienhäuser, während die Bewohner auswärts den Jahreswechsel feierten.

In Arosa verletzte sich eine Frau beim Abbrennen einer Rakete an der Hand. Der Feuerwerkskörper blieb in der Flasche stecken, die zum Abbrennen verwendet werden sollte, und explodierte stattdessen auf dem Balkon. Die Frau musste ins Spital gefahren werden.

Auch der Brand eines Einfamilienhauses in Schmitten geht wohl auf einen unvorsichtigen Umgang mit Feuerwerk zurück, schreibt die Kantonspolizei. Verletzt wurde dabei niemand, die Bewohner konnten das Haus rechtzeitig verlassen.

Buschauffeur von Fahrgast verprügelt

In Zürich wurde ein Buschauffeur von einem Fahrgast verprügelt und verletzt. Der 43-Jährige erlitt mittelschwere Verletzungen im Gesicht, wie die Polizei am Neujahrstag mitteilte. Der Täter konnte flüchten. Der Anlass der Attacke ist nicht bekannt.

Zudem erlitt ein Mann Verletzungen durch ein Feuerwerk, das in der Menschenmenge rund ums Seebecken gezündet wurde. Im Gegensatz zum Kantonsgebiet war die Silvesternacht in der Stadt deutlich turbulenter als eine normale Wochenendnacht, wie ein Stadtpolizeisprecher zur Nachrichtenagentur sda sagte. Obwohl die Zahl der Polizeikräfte aufgestockt worden war, standen diese die ganze Nacht hindurch pausenlos im Einsatz.

200 Jugendliche aus Zug evakuiert

In Yverdon-les-Bains VD mussten zwischen 150 und 200 überdrehte Jugendliche am Morgen aus einem Intercity-Zug evakuiert werden. Auf Anordnung der Polizei mussten sie die Heimreise anschliessend in einem Regionalzug fortsetzen. Der zweite Teil der Fahrt verlief friedlich.

Der aufgekratzte Party-Pulk war in Neuenburg in den Zug nach Lausanne gestiegen, wie der stellvertretende Kommissar Eric Flaction auf Anfrage sagte. Er bestätigte damit eine Meldung des Westschweizer Radios RTS. Gegen 6.15 Uhr wurde die Waadtländer Kantonspolizei alarmiert. Als die Polizisten den Gemütszustand der jungen Passagiere sahen, beschlossen sie laut Flaction, den Zug präventiv räumen zu lassen.

Die übermütigen Party-Gänger mussten ihre Heimreise anschliessend in einem Regionalzug fortsetzen, in Begleitung von 30 Polizisten. Der Rest der Reise sei ruhig verlaufen, die Episode habe damit ein «erfreuliches Ende» gefunden, sagte Flaction. Die SBB verzeichnete keine Sachschäden. Präventive Eingriffe dieser Art seien äusserst selten, sagte der Polizist. Ziel solcher Massnahmen sei es, Sachschaden in Zügen und Bahnhöfen zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten.

SDA/kle

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch