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Boote sanken, Häuser gerieten in Brand

Umgestürzte Bäume, überflutete Keller und viele Brände: Ein heftiges Gewitter hat gestern die seit zwei Wochen andauernde Hitzewelle in der Schweiz jäh unterbrochen. Am schlimmsten traf es Zürich und Luzern.

Sehenswert, aber harmlos: Ein Gewitter mit Blitz und Regenbogen zieht am Mittwoch, den 14. Juli über Zürich.
Sehenswert, aber harmlos: Ein Gewitter mit Blitz und Regenbogen zieht am Mittwoch, den 14. Juli über Zürich.
Keystone
Blitzspektakel über Zürich.
Blitzspektakel über Zürich.
Keystone
Menschen drängten sich vor dem Gewitter in der Badi Oberer Letten in Zürich.
Menschen drängten sich vor dem Gewitter in der Badi Oberer Letten in Zürich.
Keystone
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Das Hitzegewitter suchte besonders die Zentralschweiz, die Region Zürich, das Berner Oberland sowie den Neuenburger Jura heim, wie SF Meteo mitteilte. In Zürich gingen in einer Stunde 60 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Gleichzeitig schlugen rund 900 Blitze ein und auf dem Uetliberg erreichte die stärkste Windböe 124 km/h, auf dem Zürichsee sogar 155 km/h.

Das Unwetter hielt die Einsatzkräfte zwischen dem Zürichsee und Einsiedeln SZ auf Trab: In Zürich seien alle Orts- und Stützpunktfeuerwehren im Einsatz gewesen, sagte Polizeisprecher Urs Eberle auf Anfrage. Schutz und Rettung rückte zu mehr als 300 Einsätzen aus. Zwei Personen wurden leicht verletzt.

Über 900 Hilferufe

Auf dem Zürichsee kenterten und sanken mehrere Boote, Menschen in Seenot wurden gerettet. Mehrere Dachstöcke gerieten in Brand. Am Flughafen Zürich konnten am Samstagabend ab 21 Uhr während 22 Minuten keine Flugzeuge starten, wie eine Sprecherin am Sonntag auf Anfrage sagte. Betroffen waren sechs Maschinen.

Bei der Zuger Polizei gingen am Samstagabend innerhalb einer Stunde 140 Meldungen ein. Die Kantonspolizei Schwyz zählte 40 Schadensmeldungen und St. Gallen 35.

Mit voller Wucht traf das Gewitter auch den Raum Luzern. Am Samstagabend entluden sich dort rund 3900 Blitze. Dazu fielen 22 Millimeter Regen. Auf der Allmend in Luzern erreichte der Wind 109 km/h.

Bei der Polizei in Luzern gingen deswegen zwischen 19 und 21 Uhr rund 300 Meldungen ein. Verletzt wurde niemand, wie die Kantonspolizei Luzern am Sonntag mitteilte. Die Autobahn A2 war aber während rund einer Stunde gesperrt, weil eine Tanne bei Lochhof auf die Fahrbahn gestürzt war.

Zwei Verletzte

In Wildhaus SG wurde ein Landwirt verletzt, dessen Bauernhaus nach einem Blitzeinschlag vollständig ausbrannte. Der Mann hatte zuvor noch sieben Rinder rechtzeitig aus dem Stall retten können. Ebenfalls verletzt ins Spital musste eine Person in Immensee im Kanton Schwyz, nachdem ein Baum auf ein geparktes Auto gestürzt war.

Zahlreiche Bahnlinien in der Region Zürich und Zentralschweiz waren am Samstagabend wegen des Unwetters vorübergehend unterbrochen. Betroffen von Zugsausfällen war aber nach Angaben eines SBB-Sprechers nur der Regionalverkehr. Am Sonntagmorgen waren keine Strecken mehr wegen Unwetterschäden gesperrt.

Erdrutsch auf Geleise

Rund 100 Meldungen zum Unwetter gingen bei der Kantonspolizei Bern ein, 90 betrafen das Berner Oberland. Einige Strassen wurden vorübergehend gesperrt. Im Simmental ging ein Erdrutsch auf die Bahngeleise zwischen Zweisimmen BE und Schönried BE nieder. Die Strecke war unterbrochen. Meldungen über Verletzte lagen keine vor.

Wegen eines Stromausfalls war während rund zwei Stunden der Bahnverkehr auch zwischen Palézieux VD und Payerne VD auf der Linie Lausanne - Payerne ausgefallen. Bei Château-d'Oex VD trat ein Fluss über die Ufer und machte eine Strasse unpassierbar. Schutt und Schwemmholz rissen zudem ein leeres Auto mit.

Fast 35 Grad

Das vorübergehende Ende der Hitzewelle war abrupt. Doch zuvor waren die Temperaturen im Laufe des Samstags nochmals auf neue Rekordstände geklettert. Die höchste Temperatur, die Meteo Schweiz gemessen hat, waren 34,9 Grad in Basel. Das war die höchste in diesem Jahr gemessene Temperatur.

SDA/bru

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