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Boko-Haram-Terrorwelle erschüttert Nigeria und Kamerun

Die Islamistengruppe Boko Haram steckt mutmasslich hinter einer Serie von Anschlägen im Norden von Nigeria und Kamerun. Unter anderem wurde die Frau des kamerunischen Vizepremiers entführt.

Einer von vielen Terrorakten: Polizisten nach einem Anschlag auf eine Busstation in Kano. (24. Juli 2014)
Einer von vielen Terrorakten: Polizisten nach einem Anschlag auf eine Busstation in Kano. (24. Juli 2014)
Muhammed Giginyu, Keystone

Bei einem neuen Selbstmordanschlag mutmasslicher Islamisten in der nordnigerianischen Stadt Kano sind am Montag drei Menschen und der Täter ums Leben gekommen. Acht weitere seien verletzt worden, als sich ein Attentäter in der Nähe einer Verkaufsstelle für Koch-Kerosin in die Luft gesprengt habe, sagte Polizeisprecher Frank Mba. Der Anschlag ereignete sich genau an dem Tag, an dem Muslime in aller Welt das Fest Eid al-Fitr begehen - das Ende des Fastenmonats Ramadan.

«Der Attentäter hat sich in die Menge wartender Menschen gemischt», erklärte Mba. «Es könnte sich um eine Frau gehandelt haben.» Rund um das Depot brach ein heftiges Feuer aus.

Es wird vermutet, dass die Terrorgruppe Boko Haram hinter der Tat steckt. Sie verübt seit Jahren Anschläge im muslimisch geprägten Norden Nigerias, wo sie einen Gottesstaat einrichten will. Seit 2009 sind bereits Tausende Menschen ums Leben gekommen.

Attacke auf Kirche

Am Sonntag hatten Unbekannte einen Bombenanschlag auf eine katholische Kirche verübt. Bei der Attacke waren während einer Messe fünf Menschen getötet worden, darunter zwei Frauen. Mehrere weitere wurden verletzt.

In dem Stadtteil Sabon Gari, in dem das Gotteshaus steht und viele Christen leben, hatte die Boko Haram bereits in der Vergangenheit mehrere Anschläge verübt. Die Sicherheitskräfte hätten fünf Verdächtige festgenommen, berichtete die Zeitung «Daily Trust». Die Verdächtigen würden verhört.

Bei einem weiteren Selbstmordanschlag in der Nähe der Universität von Kano sei derweil die Attentäterin ums Leben gekommen, so «Daily Trust» weiter.

Polizisten konnten offenbar in letzter Minute Schlimmeres verhindern. Als sich die vermutlich erst 16-Jährige am Sonntag in die Luft sprengte, seien aber fünf Sicherheitskräfte verletzt worden. Bei einem weiteren Zwischenfall habe eine Autobombe noch rechtzeitig entschärft werden können.

Menschen bei lebendigem Leib verbrannt

Bei dem Angriff mutmasslicher Kämpfer von Boko Haram sind am Sonntag im Norden Kameruns nach neuen Angaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Bei dem Vorfall in der Ortschaft Kolofota sind zudem ein Dutzend Menschen entführt worden.

Das sagte ein Polizist, der an dem Einsatz nach dem Angriff beteiligt ist, der Nachrichtenagentur AFP. Der Regierung zufolge hatten am Sonntag «mehr als 200» Kämpfer die Ortschaft angegriffen. Das Staatsfernsehen berichtete von Menschen, die bei lebendigem Leib verbrannt worden seien.

Unter den mindestens 15 Toten seien zwei Polizisten und ein Soldat einer Eingreiftruppe, sagte der Polizist am Montag, der namentlich nicht genannt werden wollte. Zunächst war von sechs Toten die Rede gewesen.

Ganze Familie verschleppt

Bei dem Angriff wurde auch die Ehefrau von Vizeregierungschef Amadou Ali verschleppt. Neben dessen Residenz war auch das Haus des örtlichen Stammesführers, Sultan Seiny Boukar Lamine, angegriffen worden. Er war gleichfalls mit seiner Frau und ihren fünf Kindern verschleppt worden.

Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat. Bei Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden sowie Kirchen, Schulen und Wohngebiete wurden in den vergangenen Jahren tausende Menschen getötet. International Schlagzeilen machten die islamistischen Kämpfer auch mit der Entführung von 276 Mädchen aus einer Schule im Ort Chibok.

Zuletzt war es im Norden Kameruns, das an Nigeria grenzt, mehrfach zu Angriffen gekommen, die Boko Haram zugeschrieben wurden. Dies schürt Befürchtungen, der Konflikt mit den Islamisten könne sich auf die Region um Nigeria ausdehnen.

SDA/thu

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