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Bleiben nun Japaner der Schweiz fern?

Vom Zugunglück ist eine Gruppe japanischer Touristen schwer betroffen. Wie werden die ausländischen Besucher nun von der Schweiz und ihrer viel gelobten Zuverlässigkeit denken?

Zugfahrt ins Unglück: Schwer betroffen sind japanische Touristen.
Zugfahrt ins Unglück: Schwer betroffen sind japanische Touristen.
Keystone

Die japanischen Touristen werden der Schweiz kaum den Rücken kehren, sagt der St. Galler Tourismusprofessor Christian Laesser. Selbst schwere Unfälle hätten praktisch keinen Einfluss auf die Tourismusnachfrage und würden die Reisewilligen aus dem Herkunftsland der Betroffenen kaum daran hindern, trotzdem in die Schweiz zu fahren.

Nur wenn sich eine Serie von Unglücken derselben Art (zum Beispiel mehrere Zugunglücke hintereinander) ereigneten, würden Touristen das Land meiden. «Die Schweiz steht bei Touristen im Ruf, technisch ein sicheres Land zu sein. Die Leute wissen, dass ein Unglück passieren kann. Und sie vergessen sehr schnell», sagt Laesser.

Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus, glaubt ebenfalls nicht, dass sich der Unfall negativ auf den Tourismus auswirken wird. «Der Glacier-Express hat einen hervorragenden Ruf. Dieser Unfall wird definitiv nicht zu einem Imageschaden für die Schweiz führen», sagt Schmid gegenüber Radio 1.

Nach Terror Flaute

Etwas anders verhalten sich Touristen, wenn an einer beliebten Feriendestination ein Terrorakt stattgefunden hat. Das weiss man aus der Tourismusforschung. So brach der Touristenstrom aus Australien auf die indonesische Ferieninsel Bali ein, nachdem eine islamische Terrororganisation dort 2002 und 2005 schwere Bombenanschläge verübt und zahlreiche Australier getötet hatte.

1997 hatten islamische Terroristen im ägyptischen Luxor Touristen in der Tempelanlage umgebracht, unter ihnen 36 Schweizer. Danach reisten laut Laesser eine Zeitlang weniger Schweizer nach Ägypten. «Aber die Nachfrage von Touristen aus der Schweiz war bald wieder auf ihrer früheren Höhe.» (di)

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