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Berlusconis Frauen-Lieferant

Er suchte sie nach Aussehen und Alter aus: Gianpaolo Tarantini brachte dem Cavaliere die flotten Mädchen ins Haus. Einige von ihnen soll er für Sex mit dem Premier bezahlt haben – und muss jetzt den Kopf hinhalten.

Hat Berlusconi erpresst, als es eng wurde: Der Geschäftsmann Gianpaolo Tarantini.
Hat Berlusconi erpresst, als es eng wurde: Der Geschäftsmann Gianpaolo Tarantini.
Keystone

Ein ehemaliger Vertrauter von Silvio Berlusconi soll rund 30 junge Frauen für Feiern des italienischen Ministerpräsidenten engagiert haben. Gianpaolo Tarantini habe zwischen September 2008 und Mai 2009 die Frauen nach ihrem Aussehen und Alter ausgesucht, heisst es in nun veröffentlichten Ermittlungsakten.

Zudem habe der Geschäftsmann ihnen Anweisungen erteilt, wie sie sich kleiden und auf den Partys verhalten sollten. Einige der Frauen soll er für Geschlechtsverkehr mit Berlusconi bezahlt haben. Gegen den Ministerpräsidenten selbst wird in diesem Fall nicht ermittelt. Tarantini und seine Ehefrau Angela Devenuto waren Anfang des Monats in Rom festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, Berlusconi im Zusammenhang mit den Sex-Gerüchten erpresst zu haben.

Berlusconi aus Verfahren raushalten

In Bari wurde bereits zuvor wegen Förderung der Prostitution gegen Tarantini ermittelt. Die Staatsanwaltschaft in Neapel geht davon aus, dass der Geschäftsmann Berlusconi gedrängt hat, für die Anwalts- und Unterbringungskosten seiner Familie aufzukommen. Im Gegenzug habe er zugesagt, den Ministerpräsidenten aus den Ermittlungen in Bari herauszuhalten.

Die Vereinbarung habe offenbar vorgesehen, dass sich Tarantini um eine Verständigung im Strafverfahren bemühen sollte, um einen öffentlichen Prozess zu vermeiden, sagte Staatsanwalt Francesco Greco Anfang September. Damit habe wohl verhindert werden sollen, dass für Berlusconi kompromittierende Abhörprotokolle von Telefongesprächen zwischen den Prostituierten veröffentlicht werden.

Wie viel Geld Berlusconi für seine Kooperation an Tarantini gezahlt hat, sagte Greco damals nicht. Das Magazin «Panorama» hatte Ende August berichtet, es seien einmalig 500'000 Euro und weitere monatliche Zahlungen geflossen.

dapd/ami

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