Berlin: Grossrazzia wegen Verdachts auf Menschenhandel

Mehr als 1900 Beamte haben über hundert Adressen in der deutschen Hauptstadt und nahen Bundesländern durchsucht.

Durchsuchungen: Fast 2000 Beamte sind in Berlin im Einsatz.(Keystone/Paul Zinken/Symbolbild)

Durchsuchungen: Fast 2000 Beamte sind in Berlin im Einsatz.(Keystone/Paul Zinken/Symbolbild)

Mehr als 1900 Beamte von Bundespolizei und Zoll gingen in Berlin gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Baubranche vor. Sie durchsuchten rund hundert Wohn- und Geschäftsadressen, wie die Generalstaatsanwaltschaft und das Hauptzollamt am Mittwoch in der Hauptstadt mitteilte. Betroffen waren auch einige wenige Orte in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, wie ein Sprecher des Berliner Hauptzollamts sagte.

Verdächtigt würden sechs Verantwortliche eines Bauunternehmens, wobei es am Mittwoch keine Festnahmen gab. Es bestehe der Verdacht, dass Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt worden seien, erklärte das Hauptzollamt. Ausserdem sollen Ausländer eingeschleust und Arbeitskräfte ausgebeutet worden sein. Zudem sollen Vorschriften zum Mindestlohn nicht eingehalten worden sein. Der entstandene Schaden wurde auf mindestens 1,7 Millionen Euro beziffert.

Durchsucht wurden demnach Baustellen, Büro- und Geschäftsräume, Wohnungen und Sammelunterkünfte der Arbeitnehmer. Es fanden 186 Vernehmungen statt, zahlreiche elektronische Beweismittel wurden den Angaben zufolge beschlagnahmt.

Die Beamten aller 41 deutschen Hauptzollämter wurden auch von der Ausländerbehörde unterstützt. Die Durchsuchungen in den drei Bundesländern erfolgten nach Angaben des Zolls auf Anordnung der Berliner Staatsanwaltschaft.

fal/afp

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt