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Bankier will Ehefrau töten lassen – 11 Jahre Haft

Das Genfer Strafgericht hat einen Mann verurteilt, der seine Ehefrau von einem Auftragsmörder umbringen lassen wollte. Er hatte 400'000 Franken dafür bezahlt.

Seine Mandantin überlebte den Angriff knapp: Der Anwalt der Klägerin vor dem Strafgericht in Genf. (10. Oktober 2014)
Seine Mandantin überlebte den Angriff knapp: Der Anwalt der Klägerin vor dem Strafgericht in Genf. (10. Oktober 2014)
Keystone

Ein Genfer Bankier hatte 2012 einem Kosovaren für 400'000 Franken den Auftrag gegeben, seine reiche Ehefrau umzubringen. Sie überlebte den Angriff knapp. Ihr Ex-Mann muss nun für 11 Jahre hinter Gitter.

Das Genfer Strafgericht sprach den Hauptangeklagten am Freitag wegen Anstiftung zu einem Mordversuch schuldig. Der Staatsanwalt hatte für den Genfer, der den Mord an seiner Frau in Auftrag gegeben hatte, eine Strafe von 18 Jahren Gefängnis gefordert. Für die drei Komplizen des 57-jährigen Auftraggebers verlangte er Freiheitsstrafen von 16, 15 und 13 Jahren.

Die beiden Verteidiger verlangten eine deutlich tiefere Strafe. Sie stützten sich in ihrem Plädoyer hauptsächlich darauf, dass der Ehemann den Mordauftrag widerrufen habe. Es hätte am 19. Februar 2012 deshalb gar nicht zum Angriff auf die Ehefrau kommen sollen.

Mit einem Messer attackiert

Die 47-jährige Frau war an diesem Sonntagabend vor dem Eingang ihres Anwesens in Chêne-Bougeries von einem über 130 Kilo schweren Mann mit einem Messer von hinten attackiert worden. Sie wurde über den Boden geschleift und fast stranguliert, überlebte aber knapp. Der Kosovare soll im letzten Moment von der Frau abgelassen haben.

Alles sollte wie ein Raubüberfall aussehen. Später stellte sich heraus, dass der Kosovare im Auftrag des Ehemannes gehandelt hatte. Die Eheleute blickten auf eine Karriere als Vermögensverwalter in der Finanzbranche zurück. Sie hatten gemeinsame Kinder.

Finanzielle Bereicherung als Motiv

Der Mann soll 2008 im Betrugsskandal um den Börsenmakler Bernard Madoff eine beträchtliche Summe verloren haben, während seine Frau ihn für einen anderen Mann verliess. Für die Richter gab es keinen Zweifel, dass das Motiv rein finanzieller Natur gewesen war. Fest steht, dass die Frau ein dickes Bankkonto und Lebensversicherungen besass. An dieses Erbe habe sich der Mann heranmachen wollen, urteilten die Richter.

Ebenfalls mit elf Jahren Gefängnis wurde der Auftragsmörder bestraft. Er wurde des versuchten Mordes für schuldig befunden, wobei der Versuch fehlgeschlagen sei. Die beiden weiteren Angeklagten, die als Mittelsmänner gedient hatten, wurden wegen versuchten Mordes zu je sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Angeklagte bestritt nicht, dass er den Auftrag zum Mord über einen Mittelsmann erteilt hatte. Er will den Auftrag allerdings eine Woche vor der Ausführung widerrufen haben. Begründet hat er dies damit, dass er Anfang 2012 eine neue Liebe gefunden habe. Seine Partnerin sei schwanger gewesen. Dieses Kind hat der Mann noch nie gesehen, wurde es doch geboren, als er schon im Gefängnis sass.

SDA

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