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Ariel Castro erhängte sich in seiner Zelle

Der Entführer von Cleveland hat Behördenangaben zufolge Selbstmord begangen. Anfang August war der 53-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Damals sagte er: «Ich bin kein Monster. Ich bin krank.»

Boxunterricht und Fahrstunden: In ihrem ersten Jahr in Freiheit holten die drei Entführungsopfer Amanda Berry, Gina DeJesus and Michelle Knight (von links) einiges nach. (24. Februar 2014)
Boxunterricht und Fahrstunden: In ihrem ersten Jahr in Freiheit holten die drei Entführungsopfer Amanda Berry, Gina DeJesus and Michelle Knight (von links) einiges nach. (24. Februar 2014)
Tony Dejak, Keystone
«Ich werde überwinden, was sich ereignet hat»: Das Entführungsopfer Michelle Knight richtet am letzten Verhandlungstag das Wort an ihren Peiniger. (1. August 2013)
«Ich werde überwinden, was sich ereignet hat»: Das Entführungsopfer Michelle Knight richtet am letzten Verhandlungstag das Wort an ihren Peiniger. (1. August 2013)
Keystone
Ramsey ging auf die Veranda des Hauses. Berry streckte einen Arm durch einen Spalt in der Türe und bat ihn um Hilfe. Ramsey trat daraufhin den unteren Teil der Türe ein, und Berry konnte fliehen und die Polizei alarmieren. (7. Mai 2013)
Ramsey ging auf die Veranda des Hauses. Berry streckte einen Arm durch einen Spalt in der Türe und bat ihn um Hilfe. Ramsey trat daraufhin den unteren Teil der Türe ein, und Berry konnte fliehen und die Polizei alarmieren. (7. Mai 2013)
AP
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Jahrelang hat der Entführer von Cleveland drei Frauen gefangen gehalten, misshandelt und vergewaltigt. Der Fall hat die USA zutiefst schockiert. Nun ist der verurteilte Täter tot. Offenbar war es Suizid.

Die Taten des Cleveland-Entführers Ariel Castro haben die USA schockiert, nun ist er tot. Einen Monat nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft hat sich Castro offenbar im Gefängnis umgebracht. Er sei erhängt in seiner Zelle gefunden worden, teilten die Strafvollzugsbehörden am Mittwoch in Ohio mit. Castro hatte drei junge Frauen jahrelang in seinem Haus gefangen gehalten, schwer misshandelt und hundertfach vergewaltigt, bis sie im Mai fliehen konnten.

Castros Leiche entdeckten die Wachleute am Dienstagabend gegen 21.20 Uhr in seiner Zelle im Gefängnis in Orient südlich von Columbus. Die Sprecherin der Justizbehörde, JoEllen Smith, erklärte, Wächter hätten versucht, den 53-Jährigen wiederzubeleben. Anschliessend sei er ins Krankenhaus gebracht worden. In der Klinik sei Castro für tot erklärt worden.

Zehn Jahre lang eingekerkert

Wegen der Aufmerksamkeit für seinen Fall stand Castro den Angaben zufolge im Gefängnis unter besonderer Beobachtung. Alle 30 Minuten wurde nach ihm gesehen. Noch vor einigen Wochen hatten Wächter sogar alle zehn Minuten nachgeschaut. Dies wurde im Juni geändert, weil er nicht mehr als selbstmordgefährdet galt.

Castros Anwälte hatten nach Angaben des Verteidigers Jaye Schlachet bereits vor einiger Zeit versucht, eine psychologische Untersuchung ihres Mandanten durchzusetzen, hatten dabei aber keinen Erfolg. Schlachet gab am frühen Mittwochmorgen zunächst keinen weiteren Kommentar ab.

Das Gericht hatte Castro für schuldig befunden, seine drei Opfer - Amanda Berry, Gina DeJesus und Michelle Knight - zwischen 2002 bis 2004 im Alter von 14, 16 und 20 Jahren entführt zu haben. Er hatte sie demnach fast zehn Jahre lang eingekerkert, misshandelt und vergewaltigt. Anfang Mai konnten die Frauen fliehen. Berry hat eine sechsjährige Tochter von Castro.

Im Mai hatte sie sich selbst befreien können und hatte sich mit einem dramatischen Hilferuf an die Polizei gewandt. «Helfen Sie mir! Ich bin entführt worden und war zehn Jahre lang verschwunden.» Die beiden anderen Frauen wurden anschliessend befreit. Danach kamen im Prozess grausige Details des Falls ans Tageslicht. Castro hatte jedoch betont: «Ich bin kein Monster. Ich bin krank.»

Castros mutmasslicher Selbstmord war bereits der zweite Fall dieser Art in Ohio binnen einem Monat: Am 4. August war der zum Tode verurteilte Billy Slagle ebenfalls erhängt in seiner Zelle gefunden worden. Nur wenige Tage später hätte er wegen Mordes hingerichtet werden sollen.

AFP/AP/ajk

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