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Anschlag in Boston: Verdächtiger auf Video erkannt

Bei den Ermittlungen zu den Anschlägen in Boston haben die Behörden offenbar einen Durchbruch erzielt. Mehr als 100 Verwundete konnten das Spital wieder verlassen.

Das FBI sucht zwei Verdächtige und hat Video- und Fotoaufnahmen der beiden veröffentlicht.
Das FBI sucht zwei Verdächtige und hat Video- und Fotoaufnahmen der beiden veröffentlicht.
AP/FBI
Der eine Mann trägt eine graue Baseballmütze und einen schwarzen Rucksack, ...
Der eine Mann trägt eine graue Baseballmütze und einen schwarzen Rucksack, ...
AP/FBI
Trümmer und Blut waren nach der Explosion überall auf der Strasse sichtbar. (15. April 2013)
Trümmer und Blut waren nach der Explosion überall auf der Strasse sichtbar. (15. April 2013)
Keystone
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Die Ermittler im Fall des Anschlags in Boston verfügen offenbar über eine «substanzielle Spur». Ein Verdächtiger soll auf zwei Videos zu sehen sein – auf der Aufnahme einer Überwachungskamera sowie auf einer Aufnahme des Lokalfernsehens. Auf einem der beiden Videos war er offenbar am Handy, berichtet Redaktion Tamedia-US-Korrespondent Martin Kilian. Anhand der Zeitangaben der Videos soll das FBI sämtliche Telefonate im entsprechenden Gebiet untersucht haben.

Der Täter soll einen schwarzen Pullover mit grauer Kapuze und eine weisse Baseballmütze getragen haben. Dem «Boston Globe» zufolge trug der Verdächtige eine schwarze Tasche zum Tatort. Die Aufzeichnung zeigt einen Mann, der eine Tasche abstellt, in der sich eine der Bomben befindet, wie der Vorsitzende des Stadtrats, Stephen Murphy, am Mittwoch erklärte.

Aus Ermittlerkreisen wurde bestätigt, dass es das Bild eines Verdächtigen gebe. Allerdings sei der Mann noch nicht identifiziert. Berichte, wonach bereits ein Verdächtiger festgenommen worden sei, waren zuvor von den Ermittlern dementiert worden.

Gouverneur bittet um Geduld

Angesichts der schwierigen Ermittlungen hat der Gouverneur des US-Bundesstaats Massachusetts um Geduld gebeten. «Ich würde alle darum bitten, der Polizei den Raum zu geben, um ihre Arbeit zu machen», sagte Deval Patrick am Mittwoch (Ortszeit) im Nachrichtensender CNN. «Wenn sie ein komplettes Bild fertig haben, werden sie uns sagen, was dieses Bild ist.»

Patrick spielte damit auch auf falsche Medienberichte an, wonach die Bundespolizei FBI einen Verdächtigen bereits festgenommen habe. Die Behörden dementierten dies vehement. «Ich wünschte, sie hätten den Täter Minuten nach dieser Katastrophe gefasst, aber ich weiss aus Erfahrung, dass es etwas Zeit in Anspruch nimmt», sagte der Gouverneur zu den Ermittlungen. Die Polizei komme der Auflösung aber «jede Stunde» etwas näher.

Zwei Explosionen hatten am Montag den Zielbereich des traditionsreichen Marathonlaufs in Boston erschüttert. Drei Menschen wurden nach Polizeiangaben getötet und etwa 180 weitere verletzt. Mehr als 100 Verwundete konnten nach Angaben von US-Medien wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Gerichtsgebäude evakuiert

Wegen einer Bombendrohung ist ein Gerichtsgebäude in Boston Behördenangaben zufolge vorübergehend evakuiert worden. Erst nachdem die Behörden das Gebäude überprüft hatten, durften Mitarbeiter in das Gericht zurückkehren.

Zwei Explosionen hatten am Montag den Zielbereich des traditionsreichen Marathonlaufs in Boston erschüttert. Dabei wurden nach Polizeiangaben drei Menschen getötet und mehr als 180 weitere verletzt. Unter den Todesopfern ist ein achtjähriger Junge, eine 29-jährige Restaurantangestellte und eine chinesische Studentin der Universität Boston.

2000 Hinweise

Zu der Tat bekannte sich niemand. Noch am Dienstag hatten die Ermittler nach eigenen Angaben keine heisse Spur. «Die Bandbreite der Verdächtigen und der Motive bleibt gross», hatte der leitende FBI-Agent Rick DesLauriers gesagt.

Am Tatort sicherte das FBI Spuren, die darauf hindeuteten, dass die Bomben aus Schnellkochtöpfen gebaut worden waren. Die Sprengsätze waren vermutlich in schwarzen Nylontaschen oder Rucksäcken in der Nähe der Ziellinie des Marathons abgelegt worden. Offenbar wurden die Bomben mit zahlreichen Metallteilen wie Nägeln und Kugeln gespickt, um möglichst grossen Schaden anzurichten.

Das FBI und die Polizei von Boston hatten die Bevölkerung um Mithilfe bei den schwierigen Ermittlungen gebeten. DesLauriers hatte Mitarbeiter von Restaurants und Geschäften in der Nähe des Anschlagsorts aufgefordert, Bilder von Überwachungskameras zur Verfügung zu stellen.

Kerzenwache und Zeit der Stille

Hunderte Menschen hatten am Dienstagabend in Boston der Opfer gedacht. Mehr als 1000 Menschen versammelten sich in einem Park in der Nähe des Hauses des getöteten Jungen zu einer Kerzenwache. Auch an anderen Orten in Boston kamen Menschen zum Gedenken zusammen.

Der UNO-Sicherheitsrat drückte den Opfern des Anschlags bei einer Sitzung am Mittwoch sein «tiefes Mitgefühl» aus. US-Präsident Barack Obama will am Donnerstag in Boston bei einem Gottesdienst für die Opfer eine Rede halten.

sda/AP/AFP/mw/chk

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