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Anglikanische Kirche will keine weiblichen Bischöfe

Die Frage der Ordination von Frauen ins Bischofsamt spaltet die anglikanische Kirche seit Jahren. Nun hat sich die Generalsynode entschieden – und zwar gegen eine entsprechende Reform.

Will nichts von weiblichen Bischöfen wissen: Die Generalsynode in London. (20. November 2012)
Will nichts von weiblichen Bischöfen wissen: Die Generalsynode in London. (20. November 2012)
AFP

Die Generalsynode der anglikanischen Kirche von England hat die Weihe weiblicher Bischöfe abgelehnt. Unter den 470 Delegierten in London erreichte ein entsprechender Vorschlag der Kirchenführung nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit in allen drei Kammern des Kirchenparlaments.

Das Ergebnis fiel ausgesprochen knapp aus. Die Frage der Ordination von Frauen im Bischofsamt spaltet die Mutterkirche der Anglikanischen Weltgemeinschaft seit Jahren. Rund 1000 Anglikaner sind in England unter anderem aus diesem Grund zum Katholizismus übergetreten. Ein neuer Anlauf für das Vorhaben ist nun nicht vor 2019 zu erwarten.

Die anglikanische «Church of England» entstand im 16. Jahrhundert nach dem Bruch zwischen König Heinrich VIII. und dem Papst. Heute gehören ihr mehr als 25 Millionen Gläubige in England, auf den Kanalinseln und der Isle of Man an.

Die «Church of England» ist Teil der weltweiten Gemeinschaft anglikanischer Kirchen mit rund 80 Millionen Anhängern. Dazu gehören die Landeskirchen in Wales und Schottland sowie rund 30 Kirchen in früheren britischen Kolonien, vor allem in Afrika und Asien.

Mit Königshaus und Politik verwoben

Seit ihrer Entstehung hat die Kirche von England den Status einer Staatskirche mit der Königin oder dem König als weltlichem Oberhaupt. Geistliches Oberhaupt (Primas) ist der Erzbischof von Canterbury, seit dem 9. November ist das der ehemalige Öl-Manager Justin Welby.

Die Bischöfe werden auf Vorschlag des Premierministers vom Königshaus ernannt. Zu den Privilegien der Staatskirche gehört, dass mehr als 20 ihrer Bischöfe im britischen Oberhaus sitzen und so an der Gesetzgebung beteiligt sind.

Theologisch sind die Kirche von England und die römisch- katholische Kirche nicht weit auseinander. Die Anglikaner erkennen aber den universellen Primat (Vorrangstellung) des Papstes nicht an. Anders als bei den Katholiken können bei ihnen seit 1993 Frauen zum Priester geweiht werden.

SDA/ses

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