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Kölner Sextäter tanzt der Polizei auf der Nase herum

Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln hat die Polizei Täter identifiziert. Trotzdem sind die meisten Verdächtigen kaum aufzuspüren.

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Mob von 1000 Menschen: In der Silvesternacht hatten am Kölner Hauptbahnhof überwiegend aus dem nordafrikanischen Raum stammende Täter massive Übergriffe auf Frauen und Diebstahlsdelikte verübt. (31. Dezember 2015).
Mob von 1000 Menschen: In der Silvesternacht hatten am Kölner Hauptbahnhof überwiegend aus dem nordafrikanischen Raum stammende Täter massive Übergriffe auf Frauen und Diebstahlsdelikte verübt. (31. Dezember 2015).
Markus Boehm, AFP
Die Männer sollen vom 18-jährigen Opfer erkannt worden sein.
Die Männer sollen vom 18-jährigen Opfer erkannt worden sein.
Polizei Hamburg
In Hamburg sind bislang über 200 Anzeigen eingegangen.
In Hamburg sind bislang über 200 Anzeigen eingegangen.
Polizei Hamburg
Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (l.) dementiert die Anschuldigungen, wonach versucht worden sei, die Vorfälle der Silversternacht in Köln herunterzuspielen. (Archivbild)
Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (l.) dementiert die Anschuldigungen, wonach versucht worden sei, die Vorfälle der Silversternacht in Köln herunterzuspielen. (Archivbild)
Roland Weihrauch, Keystone
Härtere Gangart: Innenminister Thomas de Maizière (links) informiert die Medien über den Entscheid einer Verschärfung des Sexualstrafrechts. (12. Januar 2016)
Härtere Gangart: Innenminister Thomas de Maizière (links) informiert die Medien über den Entscheid einer Verschärfung des Sexualstrafrechts. (12. Januar 2016)
Markus Schreiber, Keystone
Marokko und Algerien nehmen ihre kriminellen Landsleute nach Aussagen der Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens nicht zurück: Hannelore Kraft in der ARD-Sendung «Hart aber fair». (11. Januar 2016)
Marokko und Algerien nehmen ihre kriminellen Landsleute nach Aussagen der Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens nicht zurück: Hannelore Kraft in der ARD-Sendung «Hart aber fair». (11. Januar 2016)
Screenshot ARD
Mehrere Hundert Pegida-Anhänger haben sich am Kölner Hauptbahnhof zu einem Demonstrationszug formiert. (9. Januar 2016)
Mehrere Hundert Pegida-Anhänger haben sich am Kölner Hauptbahnhof zu einem Demonstrationszug formiert. (9. Januar 2016)
Roberto Pfeil, AFP
Die Polizei stoppt den Pegida-Zug nach einigen hundert Metern, drängt ihn zum Bahnhof zurück und löst die Demonstration schliesslich auf. (9. Januar 2016)
Die Polizei stoppt den Pegida-Zug nach einigen hundert Metern, drängt ihn zum Bahnhof zurück und löst die Demonstration schliesslich auf. (9. Januar 2016)
Roberto Pfeil, AFP
Zur selben Zeit findet sich eine viel grössere Menschenmenge zu einer Gegendemonstration, ebenfalls am Kölner Hauptbahnhof, ein. (9. Januar 2016)
Zur selben Zeit findet sich eine viel grössere Menschenmenge zu einer Gegendemonstration, ebenfalls am Kölner Hauptbahnhof, ein. (9. Januar 2016)
Roberto Pfeil, AFP
Ein Mitglied der deutsch-tunesischen Gemeinschaft übergibt Passanten Blumen vor dem Kölner Bahnhof. (7. Januar 2016)
Ein Mitglied der deutsch-tunesischen Gemeinschaft übergibt Passanten Blumen vor dem Kölner Bahnhof. (7. Januar 2016)
Keystone
Die Kölner Polizei hatte in der Silvesternacht Verstärkung von Kollegen aus Duisburg abgelehnt: Einsatzwagen vor dem Kölner Hauptbahnhof. (5.1.2015)
Die Kölner Polizei hatte in der Silvesternacht Verstärkung von Kollegen aus Duisburg abgelehnt: Einsatzwagen vor dem Kölner Hauptbahnhof. (5.1.2015)
Oliver Berg, Keystone
Wurden heftig kritisiert: Bürgermeisterin Henriette Reker und Polizeipräsident Wolfgang Albers an einer Pressekonferenz in Köln. Albers soll nun abgesetzt worden sein. (5.1.2015)
Wurden heftig kritisiert: Bürgermeisterin Henriette Reker und Polizeipräsident Wolfgang Albers an einer Pressekonferenz in Köln. Albers soll nun abgesetzt worden sein. (5.1.2015)
Oliver Berg, Keystone
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker kündigte ein stärkeres Polizeiaufgebot und den Einsatz mobiler Videokameras an. (5. Januar 2016)
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker kündigte ein stärkeres Polizeiaufgebot und den Einsatz mobiler Videokameras an. (5. Januar 2016)
AFP
Der deutsche Justizminister Heiko Maas spricht auf Twitter von «abscheulichen Übergriffen»: Alle Täter müssten konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.
Der deutsche Justizminister Heiko Maas spricht auf Twitter von «abscheulichen Übergriffen»: Alle Täter müssten konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.
Epa/Britta Pedersen, Keystone
«So kann die Polizei nicht arbeiten»: Innenminister Thomas de Maizière kritisierte das Vorgehen der Polizei.
«So kann die Polizei nicht arbeiten»: Innenminister Thomas de Maizière kritisierte das Vorgehen der Polizei.
AFP
Frauen protestieren und kritisieren indirekt auch die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Merkel. (5. Januar 2016)
Frauen protestieren und kritisieren indirekt auch die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Merkel. (5. Januar 2016)
Oliver Berg, Keystone
«Wir schweigen nicht» und «Wir haben die Schnauze voll» – Frauen demonstrieren gegen die Gewalt auf offener Strasse. (5. Januar 2016)
«Wir schweigen nicht» und «Wir haben die Schnauze voll» – Frauen demonstrieren gegen die Gewalt auf offener Strasse. (5. Januar 2016)
Oliver Berg, Keystone
Kanzlerin Angela Merkel, hier während der Neujahrsansprache, drückte «ihre Empörung über diese widerwärtigen Übergriffe und sexuellen Attacken aus».
Kanzlerin Angela Merkel, hier während der Neujahrsansprache, drückte «ihre Empörung über diese widerwärtigen Übergriffe und sexuellen Attacken aus».
AP/Hannibal Hanschke, Keystone
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Vor rund zwei Wochen hat eine Studentin Mehdi E.-B. auf einem Polizeifoto erkannt. Sie ist sich zu «100 Prozent sicher», dass er in der Silvesternacht in Köln vor ihr stand, wie der «Spiegel» berichtet. Die junge Frau ist nach eigenen Angaben gegen 0.30 Uhr von mehreren Männern umzingelt worden. Mindestens einer von ihnen habe ihr in die Hose gegriffen.

«Dass eine Zeugin einen Täter wiedererkannt haben will, und zwar mit grosser Gewissheit, ist ein Einzelfall und ein Novum bei diesen Ermittlungen. Normalerweise sind wir auf die mühsame Auswertung von Videobeweisen angewiesen. Das hat bislang weniger zum Erfolg geführt», sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln, Ulrich Bremer, zum «Spiegel». Gegen E.-B. wurde ein Haftbefehl wegen Raub und sexueller Nötigung in einem besonders schweren Fall erlassen.

Ist er in Neapel?

Dennoch ist E.-B. auf freiem Fuss. Grund: Er ist untergetaucht. Die Beamten vermuteten E.-B. in einer Asylunterkunft in Würselen. Doch der Marokkaner hat dort Hausverbot – wegen Gewaltausbrüchen und Drogenkonsums.

Die Hausmeisterin eines weiteren Asylheims hat auf Anfrage von «Spiegel» E.-B. auf einem Foto sofort erkannt. «Alle suchen ihn. Der hatte immer neue Klamotten an, von Kopf bis Fuss. Der hat geklaut wie ein Rabe.» Ein kosovarischer Bewohner fügt hinzu: «Der ist nicht mehr hier. Er ist abgehauen nach Italien. Er wollte nach Neapel.»

Ermittlungen gegen 78 Personen

Der Asylbewerber ist auch bei der Justizbehörde kein Unbekannter. Weil er im Januar ein Handy am Kölner Hauptbahnhof gestohlen hatte, stand er mit einem weiteren Marokkaner vor Gericht. «Wir bitten um Vergebung», so die beiden. Damals bestritt der 18-Jährige, an den Übergriffen in Köln beteiligt gewesen zu sein.

Nach den Vorfällen in Köln ermittelt die Polizei gegen 78 Personen, 14 von ihnen sind in Untersuchungshaft. Der untergetauchte Mehdi E.-B. ist kein Einzelfall: Bei Razzien letzten Donnerstag in Köln, Hamm, Troisdorf und Bornheim stiessen die Ermittler lediglich auf einen von acht gesuchten Verdächtigen.

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