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Air France streicht jeden zweiten Flug

Die Piloten der französischen Fluggesellschaft streiken. Betroffen sind auch Zürich und Genf.

Air France rät zur Umbuchung: Flugzeuge der Air France auf dem Flughafen Charles de Gaulles. (Archiv)
Air France rät zur Umbuchung: Flugzeuge der Air France auf dem Flughafen Charles de Gaulles. (Archiv)
Christophe Ena/AP Photo

Die französische Fluggesellschaft Air France muss am Montag wegen eines Streiks die Hälfte ihrer Flüge streichen. Vermutlich könnten «48 Prozent unserer Flüge» stattfinden, erklärte das Unternehmen. Betroffen sein werden auch Flüge ab Zürich und Genf.

Etwa 60 Prozent der Piloten wollen zu Wochenbeginn ihre Arbeit niederlegen. Am Sonntagabend teilte die Pilotengewerkschaft SNPL mit, dass die Verhandlungen mit der Unternehmensführung erfolglos «beendet» worden seien.

«Wir sind überhaupt nicht zufrieden»

Die SNPL hatte wegen des geplanten Ausbaus der Billigfluglinie Transavia zu einem einwöchigen Streik aufgerufen. «Wir sind überhaupt nicht zufrieden», erklärte Gewerkschaftschef Jean-Louis Barber nach der Fortsetzung der Gespräche am Sonntag.

Air France riet Passagieren, die zwischen dem 15. und 22. September mit der Fluggesellschaft verreisen wollen, ihren Flug kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.

Air France fliegt ab Basel-Mülhausen, Genf und Zürich nach Paris Charles de Gaulle respektive Orly. Nach Angaben auf der Website des Flughafens Zürich wurden alle fünf Direktverbindungen der Air France von Zürich nach Paris gestrichen.

Ab Genf fallen nach Angaben der Fluggesellschaft acht von neun Verbindungen aus. Wie geplant stattfinden sollten hingegen alle neun Direktflüge ab dem Euro-Airport Basel-Mülhausen nach Paris.

Hintergrund des Arbeitskampfs sind Pläne des Unternehmens, Kurz- und Mittelstreckenflüge künftig verstärkt über das Tochterunternehmen Transavia abzuwickeln. Die Gewerkschaft befürchtet eine Auslagerung von Jobs und schlechtere Arbeitsbedingungen.

Ein siebentägiger Streik wäre die längste Arbeitsniederlegung in der Geschichte von Air France. Unternehmenschef Frédéric Gagey bezifferte die täglichen Einbussen durch den Streik auf 10 bis 15 Millionen Euro. Gewerkschaftschef Barber warnte, dass sich die Lage am Dienstag und Mittwoch weiter verschärfen könnte, da die Piloten, die am Montag im Einsatz waren, dann ihre Ruhepausen einlegen müssten.

Streik auch bei Lufthansa

Die Piloten bei der Lufthansa wollen am Dienstag zum vierten Mal seit Ende August streiken. Wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Montagmorgen mitteilte, wollen die Flugkapitäne am Dienstag von 9 bis 17 Uhr die Arbeit niederlegen. Betroffen seien diesmal Langstreckenflüge ab Frankfurt am Main. Da das Management der Lufthansa im Streit um eine Übergangsversorgung bisher kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt habe, sehe sich Cockpit zu diesen weiteren Massnahmen gezwungen, erklärte Cockpit. Die Gewerkschaft sei aber «jederzeit einigungsbereit, um Streiks abzuwenden», hiess es weiter.

Am 28. August war zunächst die Lufthansa-Tochter Germanwings bestreikt worden, am 5. September wurden Kurz- und Mittelstreckenflüge der Konzernmutter bestreikt, am 10. September konzentrierten sich die Arbeitskampfmassnahmen auf den Flughafen München. Insgesamt fielen seit Ende August rund 475 Flüge aus. Auch Anfang April hatte es bereits einen dreitägigen Ausstand gegeben. Damals waren rund 3800 Flüge ausgefallen.

Grund für den Arbeitskampf ist eine Auseinandersetzung über Regelungen zur Übergangsversorgung. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Der Konzern will die Altersgrenze erhöhen. Cockpit lehnt dies ab.

sda/AFP/mw

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