Riesige Hagelkörner und überflutete Keller nach Gewitter

Ein heftiges Gewitter sorgte am Samstag für ein stürmisches Ende des Hitzetags. Dutzende Keller wurden überflutet, ein Erdrutsch verschüttete eine Strasse.

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Nach einem heissen Tag haben sich am Samstagabend Gewitter über der Schweiz entladen. Neben kräftigem Regen brachten die Gewitterzellen teils auch Hagel mit sich. Im Kanton Bern wurden Dutzende Keller überflutet, in Graubünden verschütteten Erdrutsche eine Strasse. Bei der Berner Kantonspolizei gingen am Samstagabend Dutzende Meldungen wegen überfluteten Kellern und Strassen ein, wie es auf Anfrage hiess. Der Wind liess zudem Bäume umstürzen, und teilweise hagelte es auch. Betroffen sei vor allem das Berner Oberland und das Aaretal gewesen.

«Die Hagelkörner waren fast so gross wie Pingpong-Bälle», sagt ein Leser gegenüber «20Minuten». Das Gewitter am Thunersee habe plötzlich begonnen. «So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir mussten uns unters Dach retten und wären auch dort beinahe von den Hagelkörnern getroffen worden.» So schnell wie das Gewitter aufzog, sei es auch wieder vorbeigewesen, berichtet der Leser.

Ein Hagelsturm in Mühlethurnen BE. (Video: Leserreporter 20 Minuten)

Allein im Berner Oberland rückte die Polizei zu rund 20 Einsätzen aus. Auf dem Thunersee wurden zwei Segelboote vom Wind losgerissen, auch Bauschranken wurden umgewindet. In Thun stand vorübergehend eine Strasse unter Wasser. Im Berner Oberland hätten sich am frühen Samstagabend grosse Gewitterzellen gebildet, sagte Meteorologe Olivier Codeluppi von MeteoSchweiz auf Anfrage. Die Gewitter brachten viel Regen mit sich: In Wengen fielen 40 Liter pro Quadratmeter, in Thun 33 und in Adelboden 28. Mit Einbruch der Nacht liessen die Gewitter laut MeteoSchweiz langsam nach.

Gefilmt in Slow-Motion: Blitzgewitter über Zürich (7. Juni 2015, Video: Leserreporter).

Albulastrasse bis Sonntag gesperrt

Im Kanton Graubünden hatten bereits am Nachmittag nach heftigen Gewittern zwei Erdrutsche die Albulastrasse zwischen Filisur und Bergün verschüttet. Verletzt wurde niemand. Die Strasse bleibe noch bis am Sonntag gesperrt, teilte die Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage mit. Zudem seien aufgrund der Gewitter im Prättigau einige wenige Meldungen wegen überfluteter Keller eingegangen.

Die aktuelle Gewittergefahr in der Schweiz. (Karte: www.naturgefahren.ch, Zum Vergrössern auf Karte klicken)

In Italien fielen wegen des Gewitters Züge aus: Der Bahnverkehr zwischen Varzo und Preglia auf der Linie Brig – Domodossola (I) musste am Abend wegen Unwetters unterbrochen werden, wie die SBB mitteilte. Die Züge von Basel und Genf nach Mailand fielen zwischen Brig und Domodossola aus. Es verkehrten Ersatzbusse.

Am wärmsten wurde es am Freitag in Grono GR mit 32,7 Grad, gefolgt von Aarau und Sitten VS mit 32,2 Grad. Auch in der Höhe war es aussergewöhnlich warm, etwa in Comologno TI, Disentis GR und Piotta TI, wo auf über 1000 Meter über Meer mit über 30 Grad Hitzetage verzeichnet wurden.

dia/thu/sda

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