Krawall-Familie Kastrati

Die Familie des entflohenen Häftlings Veton Kastrati ist im aargauischen Klingnau berüchtigt. Wegen ihr musste die Polizei in den letzten Jahren mehrmals ausrücken.

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Noch immer ist er auf der Flucht: Veton Kastrati. Der 23-Jährige war am Sonntagabend mit zwei Mithäftlingen aus der Strafanstalt Willisau geflüchtet. Der junge Mann hat für sein Alter ein beachtliches Strafregister. Aber auch seine Familie sorgte in ihrem Wohnort, dem aargauischen Klingnau, immer wieder für Aufregung, wie die «Aargauer Zeitung» in ihrer heutigen Ausgabe berichtet.

Die Familie, die sich 1994 in Klingnau niederliess, wurde 1998 zum Traktandum an der Gemeindeversammlung. Als die Stimmbürger über die Einbürgerung der Kastratis bestimmen sollte, sei deren «Lebensweise» rege diskutiert worden, so die Zeitung.

«Schräge Typen»

Nicht nur kam zur Sprache, dass die Mutter wegen mangelnden Sprachkenntnissen einen Deutschkurs besuchen sollte. Auch dass der IV beziehende Vater das Haus der Familie eigenhändig umbaute und dabei Zementsäcke schleppen musste, thematisierte die Gemeindeversammlung. Schliesslich verweigerten zwei Drittel der Klingnauer der Familie das Bürgerrecht.

Nicht ohne Grund: Die Kastrati-Söhne waren bereits in der Schule negativ aufgefallen. «Sie waren schon als Kinder schräge Typen», so ein Nachbar gegenüber der «Aargauer Zeitung». Vor dem Haus der Familie sei es zu «wüsten Auseinandersetzung» gekommen. So waren sich vor Jahren die männlichen Familienmitglieder mit einem in der Nähe wohnenden Verwandten in die Haare geraten. Erst der Einsatz von einem halben Dutzend Polizisten vermochte den Streit zu schlichten. Die Beamten waren schon mehrmals wegen häuslicher Gewalt zur selben Adresse ausgerückt.

Brutale Hetzjagd

Das kriminelle Potenzial der Familie schlägt sich aber vor allem bei zwei der drei Söhne nieder. Der nun gesuchte Veton Kastrati wurde bereits im Alter von 17 Jahren zu acht Monaten Jugendhaft verurteilt – wegen Raubes. 2007 entlädt sich die kriminelle Energie der Gebrüder Kastrati am Rande des Winzerfestes in Döttingen. In einer regelrechten Hetzjagd überfallen Veton und sein älterer Bruder drei junge Männer, schlagen sie mit einem Drehmomentschlüssel und stechen mit einem Messer auf sie ein. Die Opfer werden schwer verletzt. Der jüngere Kastrati wird darauf zu drei Jahren Haft, sein älterer Bruder zu sieben Jahren verurteilt.

Doch bereits im Mai 2008 flieht Veton Kastrati aus der geschlossenen Anstalt. Und wird erneut straffällig. Er bedroht in Klingnau drei Altersgenossen, schlägt sie und nimmt ihnen Handys und MP3-Player ab. Das verschafft ihm im März 2010 weitere 14 Monate Haft. Seine Ausschaffung, die er mit seinem Ausbruch nun verzögert, stand schon damals fest.

reh

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