80'000 Flüchtlinge wollen nach Spanien

Der Ansturm war der grösste seit Monaten: 1500 afrikanische Flüchtlinge haben versucht, die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta zu stürmen.

Keiner der Afrikaner gelangte auf EU-Hoheitsgebiet: Marrokanische Soldaten bei Ceuta. (2. März 2014)

Keiner der Afrikaner gelangte auf EU-Hoheitsgebiet: Marrokanische Soldaten bei Ceuta. (2. März 2014)

(Bild: Reuters)

Marokkanische Sicherheitskräfte haben einen Massenansturm von etwa 1500 Flüchtlingen auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta abgewehrt. Keinem der Afrikaner sei es gelungen, die Grenzzäune zu überwinden und auf EU-Hoheitsgebiet zu gelangen, teilte die spanische Polizei mit.

Rund 80'000 Afrikaner warten nach Informationen der Madrider Regierung auf eine Gelegenheit, von Nordafrika nach Spanien zu gelangen. In Marokko und Mauretanien suchten je 40'000 Flüchtlinge nach einem Weg, spanisches Gebiet zu erreichen, sagte Innenminister Jorge Fernández Díaz in Barcelona.

Er berief sich dabei auf Daten der marokkanischen Regierung und des spanischen Geheimdiensts. «Spaniens Kapazitäten zur Aufnahme von Zuwanderern sind begrenzt», sagte der Minister. «Wir werden unsere Grenzen nicht öffnen.» Der Zustrom illegaler Immigranten sei ein Problem, zu dessen Lösung die EU beitragen müsse.

Höchste Alarmstufe

Der Ansturm war der grösste seit Monaten. Die spanische Grenzpolizei war in höchste Alarmstufe versetzt worden, musste aber nicht eingreifen. Beim letzten grossen Flüchtlingsansturm bei Ceuta hatten im Oktober 2013 rund 400 Afrikaner versucht, in die Stadt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste zu gelangen.

Vor einem Monat ertranken 15 Flüchtlinge im Meer, als sie Ceuta schwimmend erreichen wollten. Die spanische Polizei feuerte zur Abschreckung Gummigeschosse ab. Ende vergangener Woche gelangten mehr als 200 Afrikaner bei einem Ansturm auf die spanische Nordafrika-Exklave Melilla auf EU-Gebiet.

Den jüngste Massenansturm hatten die Flüchtlinge nach Informationen der Online-Zeitung «elpais.com» seit längerer Zeit vorbereitet. Daran hätten sich fast 90 Prozent der Afrikaner beteiligt, die in der Umgebung von Ceuta auf marokkanischem Gebiet in Lagern lebten, hiess es. Ihnen hätten sich auch Flüchtlinge aus der marokkanischen Hafenstadt Tanger angeschlossen.

ajk/sda

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