Zum Hauptinhalt springen

30 Milliarden Dollar versinken im Korruptionssumpf

Die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi könnten zu den teuersten aller Zeiten werden. Der Grund: Bestechung und Vetternwirtschaft. Sogar Präsident Wladimir Putin ärgert sich.

Die Kosten der Winterspiele drohen aus dem Ruder zu laufen: Olympia-Medaillen von Sotschi. (30. Mai 2013)
Die Kosten der Winterspiele drohen aus dem Ruder zu laufen: Olympia-Medaillen von Sotschi. (30. Mai 2013)
Reuters

Korruption hat die Kosten für den Bau der Sportanlagen für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi nach Angaben der russischen Opposition mehr als vervierfacht. 25 bis 30 Milliarden Dollar seien in dunkle Kanäle geflossen, sagte Oppositionsführer Boris Nemtsow am Donnerstag vor Journalisten.

Die Korruption hätte die Ausgaben für das Sportereignis auf 50 Milliarden Dollar in die Höhe getrieben, womit Sotschi 2014 zu den teuersten olympischen Spielen überhaupt würden.

2007 hatte Russland erklärt, zwölf Milliarden Dollar für die Winterolympiade aufbringen zu müssen. In den letzten 16 Jahren beliefen sich die endgültigen Kosten von olympischen Spielen im Durchschnitt auf das doppelte der ursprünglich angesetzten Summe.

Ohne Wettbewerb keine Qualität

«Nur Oligarchen und Unternehmen mit Verbindungen zu Putin wurden reich», schrieb Nemtsow in seinem Blog. Und in einem zusammen mit Regierungskritiker Leonid Martynjuk veröffentlichten Bericht hält er fest, dass der Mangel an fairem Wettbewerb und die Vetternwirtschaft auch zu minderer Qualität geführt habe.

Die Aufträge für die teuersten Sportstätten seien ohne öffentliche Ausschreibung vergeben worden. 13 Sportstätten – darunter ein Stadion für 40'000 Zuschauer – wurden eigens für die Veranstaltung aus dem Boden gestampft.

«Trotz aller Neider...»

Ein Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin wollte sich zu den Vorwürfen nicht äussern. Putin selbst hatte sich in naher Vergangenheit aber bereits selbst verärgert über die steigenden Kosten der Sportveranstaltung gezeigt.

Der für die Spiele verantwortliche Vize-Ministerpräsident Dmitri Kosak dagegen wies die Vorwürfe zurück. «Trotz aller Neider finden die russischen olympischen Winterspiele in der Hauptstadt des Südens statt – dem subtropischen Sotschi», sagte er.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch