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22 Menschen in Mumbai wegen Regen zu Tode getrampelt

Bei einem Bahnhof in Mumbai ist während der Rushhour eine Massenpanik ausgebrochen.

Dutzende Tote bei Massenpanik in Mumbai: Mindestens 22 Menschen wurden getötet. (Video: AFP)

Bei einer Massenpanik auf einer Fussgängerbrücke in der indischen Wirtschaftsmetropole Mumbai sind am Freitag im morgendlichen Berufsverkehr 22 Menschen ums Leben gekommen. Die Kombination eines heftigen Regenschauers mit herabfallenden Betonbrocken habe vermutlich zu dem tödlichen Gedränge auf dem Übergang geführt, der zwei Bahnhöfe verbindet, sagten Polizisten und Politiker. 32 Menschen, 19 Frauen und 13 Männer, wurden verletzt.

Der indische Ministerpräsident Narendra Modi kondolierte den Angehörigen der Todesopfer. «Die Gebete sind mit denen, die verletzt sind», twitterte er weiter. Polizeisprecher Gansham Patel sagte, herabfallende Betonteile hätten die Menschenmenge in Panik vorwärts getrieben - sie hätten einen Einsturz der Brücke befürchtet. Die Mumbaier Parlamentsabgeordnete Shaina Nana Chudasama sagte, wegen des Regens hätten die Personen auf der überdachten Brücke aber angehalten.

Bei dem Aufprall und in dem Gedränge seien Menschen zu Boden gegangen und totgetrampelt worden, andere seien über das Geländer in die Tiefe gesprungen.

«Da war niemand, der half»

Auch im normalen Alltag klagen viele Pendler über die Enge auf der Brücke, die von den Ständen fliegender Händler noch verschärft wird. Die Panik am Freitag beschreibt der Augenzeuge Brijesh Upadhyay: «Es waren zu viele Menschen auf der Brücke, und die Leute waren in Eile und wollten weg. Da war niemand, der half, es war sehr eng, und wir wollten einfach nur weg - und fielen übereinander.»

Ein anderer Augenzeuge, Kishore Thakkar, sagte, zu der Überfüllung der Brücke sei es gekommen, als Passanten wegen des Regens stehen blieben. «Aber dann kam ein schwerer Druck von (nachdrängenden) Menschen, wodurch etliche hinfielen und von der Welle der Passanten zerquetscht wurden.»

Thakkar sagte, die meisten Verletzten seien von anderen Passanten gerettet worden. Polizei und Ambulanzen hätten nicht schnell auf Handy-Notrufe reagiert, sagte er dem Fernsehsender ABP.

Immer wieder Massenpaniken

Tödliche Massenpaniken sind in Indien keine Seltenheit, da viele Städte schlicht nicht die Infrastruktur für grosse Menschenmassen haben. Auch an Sicherheitspersonal und Massnahmen zur Lenkung von Menschenströmen fehlt es vielerorts. Im Oktober 2013 kamen bei einer Massenpanik in Madhya Pradesh über 110 Menschen um, die meisten Opfer waren Frauen und Kinder.

In der südindischen Stadt Bangalore wurden am Freitag zwei Menschen zu Tode getrampelt, als ein örtlicher Wohltäter Lebensmittelkarten verteilen liess, teilte die Polizei mit. Der Mann sei zur Vernehmung festgenommen worden. Hunderte hatten sich um die Karten gerissen.

dapd/woz

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