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20 Jahre Haft, aber keine Verwahrung für Callgirl-Mörder

Das Berner Obergericht hat einen Mann des Mordes und der Störung des Totenfriedens schuldig gesprochen.

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Hier fand die Verhandlung statt: Das Obergericht in Bern. (7. April 2016)
Hier fand die Verhandlung statt: Das Obergericht in Bern. (7. April 2016)
Keystone

Der Mann, der vor vier Jahren in Langenthal eine Prostituierte grausam umbrachte, ist am Freitag in zweiter Gerichtsinstanz zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt worden. Zudem ordnete das Gericht eine ambulante Therapie, aber keine Verwahrung an. Das bernische Obergericht sprach den Mann des Mordes und der Störung des Totenfriedens schuldig.

Das Verbrechen hatte im März 2012 Langenthal erschüttert. Junioren eines Sportvereins entdeckten damals im Lichtschacht einer Turnhalle eine grässlich zugerichtete Leiche.

Wenig später wurde der Täter gefasst, ein Einheimischer. Dieser hatte am Abend zuvor über einen Escortservice eine Frau nach Langenthal bestellt. Der Freier lotste die 43-jährige gebürtige Österreicherin zum Parkplatz der örtlichen Sportanlage, wo er sie würgte, schlug und missbrauchte.

Dann stopfte er dem Opfer Gegenstände in Körperöffnungen, behändigte das Geld der Frau und liess den leblosen Körper im Lichtschacht zurück. Mit dem Auto der Frau kurvte er anschliessend durch die Nacht, um sich Kokain zu beschaffen.

Verteidigung plädierte auf vorsätzliche Tötung

Das erstinstanzliche Gericht in Burgdorf verurteilte den 28-jährigen Mann im Dezember 2014 wegen Mordes zu einer 18-jährigen Freiheitsstrafe und anschliessender Verwahrung. Der Gerichtspräsident liess keinen Zweifel aufkommen: «Wir sind der Meinung, dass man Sie verwahren muss», sagte er damals.

Zweifel an dem Urteil hegte insbesondere die Verteidigung. Im Berufungsprozess vor dem bernischen Obergericht plädierte der Verteidiger Anfangs Woche nicht auf Mord, sondern auf vorsätzliche Tötung und Störung des Totenfriedens. Er forderte für seinen Mandanten eine Freiheitsstrafe von 12 Jahren mit ambulanter Therapie.

Der Verteidiger verwies auf die Aussagen eines psychiatrischen Sachverständigen, der von ausreichend günstigen Erfolgsaussichten für eine langfristige Therapie bei seinem Klienten spreche. Daher müsse sein Klient auch nicht verwahrt werden.

Anklage forderte Verwahrung

Der Staatsanwalt zeichnete ein ganz anderes Bild: Der Täter neige zu brutaler Gewalt, wenn etwas nicht nach seinem Willen gehe. Es bestehe eine Rückfallgefahr.

Sollte sich der Mann in der langjährigen Freiheitsstrafe bewähren, könne am Ende immer noch auf die Verwahrung verzichtet werden. Umgekehrt sei es aber nicht möglich, am Ende noch eine Verwahrung auszusprechen.

Der Staatsanwalt forderte eine Verurteilung wegen Mordes und eine Freiheitsstrafe von mindestens 20 Jahren mit ambulanter Therapie sowie eine Verwahrung.

(SDA)

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