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Muslime retten Christen das Leben

Die al-Shabaab-Miliz überfiel in Kenia einen Bus und forderte Muslime auf, die Christen unter ihnen auszuliefern. Doch die Passagiere weigerten sich.

Die Polizeieskorte hatte eine Panne: Soldat aus Kenia. (Archiv)
Die Polizeieskorte hatte eine Panne: Soldat aus Kenia. (Archiv)
Dui Kurokawa

Bei einem Angriff der islamistischen al-Shabaab-Miliz auf einen Bus im Nordosten Kenias sind zwei Menschen getötet worden. Die Angreifer hätten die Passagiere des Busses aufgefordert, sich nach Christen und Muslimen aufzuteilen. Sie sagten zu den Passagieren: «Wir töten euch alle zusammen, wenn ihr euch nicht aufteilt», schreibt «BBC».

Doch die Passagiere hätten sich geweigert, die Christen auszuliefern, sagte der kenianische Innenminister Joseph Nkaissery. «Diese Muslime haben eine sehr wichtige Botschaft der Einheit ausgesandt, indem sie sagten, wir sind alle Kenianer und wir können nicht geteilt werden», sagte Nkaissery.

Bei den Toten handelt es sich um einen Passagier des Busses und den Insassen eines Lastwagens, der ebenfalls am Tatort war. Der Bus war ohne Polizeieskorte auf dem Weg von Mandera zur Hauptstadt Nairobi unterwegs, weil das begleitende Polizeifahrzeug eine Panne hatte.

«Wir musten unsere Brüder und Schwestern beschützen»

Die Reaktion der Passagiere im Bus zeigt grossen Mut, doch auch ein anderes Gefühl könnte ausschlaggebend gewesen sein: Frustration. Denn die islamistische Gruppe ist bekannt dafür, Überfalle auf Busse zu verüben. Erst im April attackierte al-Shabaab die Garissa University und tötete dabei 148 Menschen. Mit der gleichen Vorgangsweise, wie sie es in Nairobi versucht hatten: Die Gruppe pickte einzelne Christen aus der Gruppe und erschoss sie – Muslime wurden frei gelassen, schreibt BBC weiter. Einige der Passagiere hätten Christen ein Kopftuch «ausgeliehen», um ihre Identitäten zu verschleiern, berichtet «The Guardian».

Ein Muslim, der im Bus mitfuhr, sagte zur «Daily Mail»: «Die Islamisten forderten uns immer wieder auf, uns aufzuteilen und drohten, uns sonst auch zu erschiessen. Aber wir haben uns geweigert – unsere Brüder und Schwestern beschützt.» Irgendwann hätten sie aufgegeben, ihnen aber gesagt, sie würden zurückkommen.

Der Überfall ereignete sich in Elwak an der Grenze zu Somalia. Die somalischen Al-Shabaab-Rebellen haben in den vergangenen Jahren wiederholt Busse, Dörfer und Einrichtungen in Kenia überfallen, wobei sie oft Muslime von Christen teilten und diese dann ermordeten.

SDA/nab

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