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Verurteilter Millionenerbe taucht nicht im Gefängnis auf

Der Hamburger Alexander Falk wurde wegen versuchten Betrugs zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Am Tag seines vermeintlichen Haftantritts fehlte vom Verlagserben jede Spur.

Millionenerbe bleibt dem Gefängnis fern: Alexander Falk.
Millionenerbe bleibt dem Gefängnis fern: Alexander Falk.
Keystone

Der wegen versuchten Betrugs zu vier Jahren Gefängnis verurteilte Verlagserbe Alexander Falk ist bislang nicht zum Haftantritt erschienen. Falk hätte sich bis Sonntagabend in einem Hamburger Gefängnis melden sollen, ist aber nicht gekommen, wie eine Sprecherin der Justizbehörde am Montag mitteilte.

Jetzt kann die Staatsanwaltschaft mit einem Vollstreckungshaftbefehl nach ihm suchen lassen, wie ein Sprecher der Anklagebehörde sagte. Dieser Haftbefehl sei aber noch nicht veranlasst.

Manipulation durch Scheinrechnungen

Das Landgericht Hamburg hatte Falk 2008 wegen versuchten Betrugs zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Als Verwaltungsratsvorsitzender habe er den Wert seiner Internet-Firma Ision durch Scheinrechnungen manipuliert, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen, urteilte das Gericht. Der Plan gelang, und die englische Firma Energis zahlte laut Landgericht Hamburg mindestens 30 Millionen Euro mehr als es dem Marktwert entsprach.

Falk galt im Jahr 2000 als einer der Stars des Neuen Marktes. Sein Vater hatte den gleichnamigen Stadtplan-Verlag gegründet, den der Sohn 1995 im Alter von 26 Jahren erbte. Er verkaufte das Unternehmen für rund 25 Millionen Euro. Falk investierte unter anderem in die Schweizer Holding Distefora und den Internet-Dienstleister Ision. Das ganze Firmenimperium brach mit dem Niedergang des Neuen Marktes zusammen. Die Verteidiger Falks hatten bei einer Verhandlung in Karlsruhe vor dem Bundesgerichtshof erklärt, dass gegen Falk inzwischen vollstreckt werde und er eine eidesstattliche Versicherung wegen Zahlungsunfähigkeit abgeben musste.

dapd/mrs

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